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Pokémon Go: Ein Unternehmen in der virtuellen Welt vermarkten

Pokémon Go ist derzeit der absolute Hype. Weltweit nutzen Millionen Spieler die App, gehen seitdem auf die Jagd nach Pokémons und das nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch in der realen Welt. Mit diesem Ansturm haben selbst die Entwickler nicht gerechnet. Selbstverständlich kann so eine rasche Verbreitung der App auch für das ganz persönliche Pokémon Go Marketing genutzt werden. Sowohl online als auch offline lässt sich das beliebte Spiel per App auf diverse Arten und in diversen Formaten zu Marketingzwecken einsetzen.

Die besten Ideen für Pokémon Go – affines (Online) Marketing

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© HeGraDe Fotolia

Um Spieler von Pokémon Go in das eigene Ladenlokal locken zu können, braucht man ein wenig Glück. Die Verteilung der sogenannten Pokéstops ist nämlich eine reine Zufallsangelegenheit. Hier können die Spieler Spezialgegenstände bekommen und daher sind diese Orte auf der Karte der Spiele-App besonders beliebt.

Zusätzlich werden immer mal wieder die Pokémon Arenen sichtbar, in denen die einzelnen Pokémons gegeneinander antreten können. Setzt der Zufall die Koordinaten auf ein Café, ein Restaurant oder einen Imbiss, ist das tatsächlich für viele Spieler ein Grund, sich an diesem Ort länger aufzuhalten, um die begehrten Trophäen einzufangen.

Findige Geschäftsinhaber in den USA nutzen diese enorme Reichweite seit dem Release des Spiels. Nun ist der Pokémon Go Hype auch nach Deutschland übergeschwappt und sorgt für Freude bei den Spielern und Verzückung bei den Marketern. Warum, erkläre ich Euch an diesen Beispielen:

Pokémon Go Spieler aktiv ansprechen: Sollte ein Pokéstop zufällig dort vorhanden sein, wo sich Euer Geschäft befindet, lässt sich der große Andrang an Spielern sehr gut für das eigene Marketing ausnutzen. Die amerikanischen Stores machen es vor, wie dieser Tweet von Eurogamer zeigt.

So positioniert Ihr euch als Treffpunkt für Spieler. Der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt. Die rechtlichen Einschränkungen müssen jedoch beachtet werden. Infos dazu findet Ihr weiter unten.

Ein weiteres Beispiel kommt direkt aus Michigan. Hier bekommen Besucher des CitySen Restaurants 10% Rabatt, wenn sie nachweisen können, dass sie sich dem blauen Team bei Pokémon Go angeschlossen haben.

Pokemon Go Marketing CitySen

Gefunden auf ntower.de

Social Media Profile für den Pokémon Go Hype nutzen: Die zweite Möglichkeit, um den Umsatz mit der Spiele-App zu steigern, ist die Nutzung von Social Media Profilen auf Facebook, Twitter und Co. Mit den entsprechenden Hashtags ausgestattet lassen sich Fans und Follower darüber informieren, welche Vorteile beim Spiel sie durch einen Besuch in Eurem Store haben. Besonders kurzzeitige Aktionen werden gerne geteilt und erhalten einen großen Zuspruch.

Fangt einige Pokémons und veröffentlicht die Trophäen für Eure Fans. Wer möchte nicht gerne in einem Café sitzen, das W-LAN und eine besonders gute Fangquote bietet?

Animiert Eure Kunden dazu, Ihren Fang per Foto zu dokumentieren und das Bild auf Eure Social Media Kanäle hochzuladen. Ein Tag zu Euch kann wahre Wunder bei der Reichweite bewirken.

Schreibt einen Preis für das beste Pokémon aus, das in Eurem Store gefunden wurde. Denkbar sind hier Rabatte, Gutscheine oder kleinere Sachpreise.

Stellt Euren Gästen und Kunden Aufladestationen zur Verfügung.

Restaurants können drei verschiedene Menüs anbieten. Eines für Team Gelb, eines für Team Blau und eines für Team Rot. So können beispielsweise 4 Team Rot Mitglieder essen, brauchen aber nur 3 Menüs zu bezahlen.

Dem Glück ein wenig nachhelfen: Zwar lassen sich Pokéstops und Arenen noch nicht manuell an bestimmten Koordinaten erstellen, auf die Sprünge helfen könnt Ihr eurem Glück aber trotzdem. Die Pokémon Go Lockmodule sind dafür gedacht, um viele Pokémons in die nahe Umgebung des Spielers zu locken. Warum also nicht einfach ab und zu mal einen Lockruf aussenden, der nicht nur die Pokémons, sondern auch die Spieler in die Nähe Eures Stores holt?

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© schinsilord Fotolia

Warum Pokémon Go in vielerlei Hinsicht das Marketing auf den Kopf stellt und was wir daraus lernen können

Wenn Du in Deutschland noch nichts von Pokémon Go gehört hast, warst Du entweder seit Wochen nicht mehr an der frischen Luft oder entziehst Dich diesem Hype mit voller Absicht. Völlig unabhängig von Deiner Einstellung zu diesem Spiel kannst Du trotzdem eine Menge von Pokémon Go für Dein Marketing lernen, denn sowohl der Hype, als auch die Markteinführung verliefen wie aus dem Bilderbuch.

Wie konnte diese App, deren Brand bisher hauptsächlich Kinder und Jugendliche ansprach innerhalb weniger Tage so einen enorm starken Boom erleben? Hier unsere Ideen und möglichen Antworten:

  • Die Kraft der Marke: Pokémon ist für viele Menschen ein Begriff, auch wenn bisher keine Berührung mit der Thematik stattfand. Dies sorgt beim Release der App für einen sehr guten Markeinstieg. Wäre das gleiche Spiel ohne den starken Brand auf den Markt gekommen, hätte sich der Hype wahrscheinlich in Grenzen gehalten, wie es am Beispiel von Ingress deutlich wird. Ein Spiel auf ähnlicher Basis, aber ohne den anschließenden Boom.
  • Soziale Empfehlungen on- und offline: Was kaufen wir? Was uns empfohlen wurde, was gut bewertet wurde und was einen guten Ruf hat. Geh einfach mal vor die Tür und schau Dich in der Stadt um. Du siehst viele Menschen, die mit geneigtem Kopf und Smartphone auf der Pokémon Jagd sind. Macht neugierig? Genau da liegt der Punkt. Durch das Spielen in der Öffentlichkeit entziehen die Entwickler das Game dem eingeschränkten Bereich des Smartphones. Konntest Du bisher nur schätzen, was ein Freund gerade spielt, kannst Du es nun deutlich nach außen hin erkennen. Sicherlich hast Du in Deiner Timeline auch schon Fotos aus der AR (Augmented Reality) Ansicht von Pokémon Go gesehen. Jeder Spieler teilt gerne das Erlebnis, ein gutes Pokémon beispielsweise im eigenen Garten gefangen zu haben. Durch die Vermischung von App-Grafik und Realität lassen sich außerdem lustige Schnappschüsse erstellen.
  • Timing ist wie immer alles: Der Release von Pokémon Go hätte nicht passender getimed werden können. Genau zu Beginn der Sommerferien bekamen Millionen Spieler Zugriff auf die App. Gutes Wetter, viel Freizeit und reichlich Urlaubsgeld für In-App Käufe haben zu der schnellen Verbreitung der App beigetragen. Kurz nach dem Release in Deutschland gab es wegen Überlastung immer wieder Serverprobleme bei der Anmeldung.
  • Werbung ohne Werbung: Die Entwickler von Pokémon Go haben es geschafft, die Werbung ganz allein dem Spiel selbst zu überlassen. Wir haben jedenfalls noch keine Werbung für die App gesehen. Das ist auch gar nicht nötig, denn die virale Verbreitung erübrigt jeden Einsatz von Marketingbudget.
  • Einfache Anwendung: Die App ist insgesamt sehr einfach zu bedienen. Du installierst die App, legst einen Spieler an, gehst vor die Tür und schon kann es losgehen. Keine großen Tutorials, keine Anleitung, kein Nerd-Wissen sind nötig.
  • Kundenbelohnung: Wie hält man die Kunden bei Laune? Mit Incentives. Die Belohnung ist ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs bei Pokémon Go. Du wirst Teil eines Teams und fühlst Dich dadurch schon animiert, immer bessere Leistungen zu bringen. Seltene Pokémons reichen beispielsweise schon aus, um den Drang des Spielers zur Suche aufrecht zu halten.
  • Halte den Hype aufrecht: Um den Hype möglichst lange aufrecht zu halten, werden sogenannte Pokéstops und Pokémon Arenen per Zufall auf den Spielkarten angezeigt. Was tust Du, wenn Du das Glück hast, ein Auserwählter zu sein? Richtig, Du bewirbst Dein Unternehmen damit auf allen möglichen Kanälen.

Auf Similarweb.com wurden einige Infografiken zu diesem Zweck veröffentlicht, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Daran lässt sich sehr gut erkennen, was sich derzeit im Hintergrund abspielt:

Pokémon Go vs. Tinder

Pokémon Go vs. Tinder: (c) Similarweb.com

Pokémon Go vs. Twitter: (c) Similarweb.com

Pokémon Go vs. Twitter: (c) Similarweb.com

Pokémon Go vs. Social Apps: (c) Similarweb.com

Pokémon Go vs. Social Apps: (c) Similarweb.com

Rechtliche Grenzen beim Pokémon Go Marketing

Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es natürlich auch rechtliche Grenzen bei der Verwendung von Pokémon Go als Marketing Instrument. Wir geben an dieser Stelle keine Rechtsberatung und möchten Euch lediglich auf die markenrechtliche Situation aufmerksam machen:

  • Nintendo besitzt die Recht an der Marke „Pokémon, Pokémon Go und den dazugehörigen grafischen Elementen (Logos). Es handelt sich um eine bekannte Marke
  • Bekannte Marken werden per Gesetz vor der Ausbeutung geschützt. Sie dürfen mit ihrem guten Ruf also nicht genutzt werden, um die Aufmerksamkeit auf eigene Produkte zu lenken.
  • Zum Verkauf von Zubehör und auf das Markenprodukt bezogene Artikel ist die Erwähnung der Marke weitestgehend zugelassen.
  • Ihr dürft auch auf die Nutzung des Spiels hinweisen. „Heute Abend: Treffpunkt für Pokémon Go Spieler mit anschließender Party“.
  • Die Berichterstattung über Inhalte des Spiels ist auf jeden Fall gestattet.
  • Erwähnung auf Hinweisen für die Gäste ist erlaubt: „Heute dauert der Service etwas länger. Unsere Kellner sind gerade auf Pokémon Jagd“.
  • Newsartikel, Bloposts, Ratgeber über Pokémon Go: Alles zulässig. „Lernen Sie bei uns, wie Sie schnell viele Pokémons fangen und mit welcher Powerbank der Spielspaß verdoppelt wird.“
  • Die Nutzung der Bilder, Logos und Grafiken, die unter dem Schutz von Nintendo stehen, ist untersagt. Trotzdem verwenden viele Restaurants, Bars, Cafés und Stores das Logo, um auf einen speziellen Service hinzuweisen. Das trägt natürlich zur Verbreitung der Marke bei, was sicherlich im Sinne von Nintendo sein sollte und Ihr daher nicht mit einer Klage rechnen dürftet. Rein rechtlich gesehen allerdings ein heikles Thema mit einer großen Portion Willkür.
  • Pokémon sollte natürlich nicht der Bestandteil einer Domain sein.
  • Hashtags dürfen nur dann verwendet werden, wenn über das Spiel gesprochen wird, jedoch nicht in Zusammenhang mit Eigenwerbung. „Heute bei uns: Pokémon Fußbalsam. Für die Erholung nach der anstrengenden Jagd.“

Warum Nintendo höchstwahrscheinlich auch im Falle eines Verstoßes keine Schritte einleiten wird

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Pokeball (c) © LiluyDesign @Fotolia

Natürlich ist dies nur eine Vermutung und wir animieren hier niemanden zu unerlaubter Nutzung einer fremden Marke oder zu unerlaubter Werbung. Trotzdem solltet Ihr die Absichten von Nintendo im Zusammenhang mit Pokémon Go im Hinterkopf behalten:

  1. Möglichst rasche und umfassende Verbreitung des Spiels
  2. Massenklagen würden negative Presse mitbringen
  3. Soziale Reichweite auf Facebook, Twitter usw. würde im Falle einer Verfolgung aus Angst vor Bestrafung stark nachlassen

Weitere Infos zur rechtlichen Seite der Nutzung von Pokémon Go Inhalten findet Ihr hier.

Pokémon Go Marketing: Unser Fazit

Die Nutzung von Pokémon Go im Marketing Mix kann sicherlich die Auswirkungen des Hypes auf die Umsätze eines Stores, Restaurants oder Cafés übertragen. Wichtig ist, dass alle rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, da sonst ein Verstoß gegen das Markenrecht entstehen kann. Die maximale Anzahl an Spielern ist in Deutschland noch nicht erreicht. Sollte Sie nur einen Bruchteil dessen erzielen, was beispielsweise in den USA aktuell der Stand der Dinge ist, dürfte sich das clevere Marketing mit Pokémon Go in jedem Fall auszahlen.

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