Affiliateprojekte mit Nischenthemen aufbauen

Vom Nischenprojekt zum passiven Einkommen – Affiliateseiten und deren Aufbau

Ja ich weiß, das Thema klingt in den letzten Tagen etwas abgedroschen. Affiliatepower hier, Provisionen dort und schnelles Geld aus allen Richtungen. Nicht alles was glänzt ist Gold! Das zeigen diverse Artikel auf mehr oder weniger bekannten Online Marketing Blogs. Geld verdienen im Internet ist möglich, aber schnell geht es meistens nicht. Doch wie baut man eigentlich ein Affiliateprojekt auf, um nachhaltig und langfristig ein Einkommen damit zu erzielen? In diesem Ratgeber möchte ich kurz erklären, worauf man auf jeden Fall achten sollte und welche Fehler es zu vermeiden gilt.

Die Auswahl der Nische – Häufig die größte Schwierigkeit

affiliate-seiten-erstellenDas Problem, welches sich bei der Auswahl der Nische ergibt basiert auf der Tatsache, dass eine (Affiliate) Nische sich wie folgt definiert:

  1. wenig Wettbewerb
  2. (relativ) große Nachfrage
  3. Vorhandensein eines Partnerprogramms (wenn man die Nische in Provisionen umwandeln will)

Es muss also eine Thematik gefunden werden, in die sich bisher noch wenige hineinverirrt haben und bei der es trotzdem eine spürbare Nachfrage und somit im besten Fall auch eine Kaufkraft gibt. Sollte es zu einem Thema keinen speziellen Shop mit Partnerprogramm geben, so ist Amazon grundsätzlich ein guter Weg, um den kaufwilligen Traffic in Provisionen umzuwandeln. Wird man auch hier nicht fündig, könnte man über die Direktvermarktung nachdenken. Darauf gehe ich gegebenenfalls in einem anderen Beitrag zu späterer Zeit ein.

Wie findet man eine Affiliate Nische?

Dies ist nicht ganz einfach, irgendwie aber auch nicht schwer. Klingt verwirrend? Nicht einfach, wenn man keine Ahnung hat, wonach man wie sucht. Nicht schwer, wenn man weiß, wo man ansetzen muss. Grundsätzlich sollte man sich also vorher folgende Gedanken machen:

  • Was ist für möglichst viele Menschen von großem Nutzen?
  • Was dürfte für die meisten Affiliates ein zu trockener bzw. zu uninteressanter Stoff sein?
  • Wie groß ist der Wettbewerb in diesem Umfeld?
  • Sind eventuell schon Seiten vorhanden, die sich mit diesem Thema beschäftigen und wie sind diese aufgebaut? Die Keywordrecherche funktioniert sehr gut mit den Metrics Tools.

Es gilt also für sein Affiliateprojekt ein Produkt zu finden, nach dem viele Menschen suchen. Gleichzeitig sollten bisher möglichst wenig Quellen für Infos vorhanden sein. Vielleicht ist das Thema auch so kompliziert, dass sich nur wenige bis keine Affiliates rangetraut haben? Wenn diese Kriterien aufeinandertreffen, hat man die perfekte Nische gefunden.

Wie baut man ein Projekt um eine Nische herum auf?

Die folgenden Schritte sind relativ einfach. Es geht nun darum eine Webseite aufzubauen, die dem Besucher alle Infos liefert, die er zu einem Thema sucht. Nehmen wir mal als Beispiel „Dübel“.

Wenn ich eine Webseite zum Thema Dübel aufbauen müsste, würde ich zunächst die folgenden Punkte recherchieren:

  • Welche Dübelarten gibt es? (Schlagnägel, Wanddübel, Hohlraumdübel, Kunststoffdübel….usw.usf.)
  • Welche Arbeiten kann man mit welchen Dübeln erledigen? (Bilder aufhängen, Schränke aufhängen, usw.usf.)
  • Gibt es Qualitätsunterschiede bei Dübeln ähnlicher Bau- und Zweckform?
  • Welche Dübelhersteller gibt es?
  • Welche Keyword werden gesucht (Dübel kaufen, Dübel online bestellen, Dübel Preisvergleich…. )

Dübel sind jetzt nicht gerade eine Nische, wie man am folgenden Screenshot sehen kann. Da ich aber selbst gerade eine Küche aufgebaut und unzählige Dübel verwendet habe, kam mir dieses Thema gerade gelegen. Wer dieses Produkt nicht mag, ersetzt das Wort Dübel gegen XY.

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Da ich ja von Haus aus Texter bin, würde ich mir nun zu jedem Key einen Text schreiben, um Google deutlich zu signalisieren: „Hey, hier ist jemand, der Ahnung von Dübeln hat!“ Sobald ich alle Mainkeys in schönen und inhaltsreichen Texten verpackt hätte, würde ich dazu übergehen mich auf den Longtail-Bereich zu stürzen. Kombinationen gibt es sicherlich genug. Die Keywordrecherche sollte sehr sorgfältig durchgeführt werden. Viele Keys sind so hart umkämpft, dass man es sich auch schenken kann, hier ranken zu wollen. Andere bieten genau den Traffic, den man benötigt.

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Der Aufbau einer Affiliateseite – Vom Anfang bis zum Ende

Am Anfang einer Seite steht der Hoster. Die Auswahl ist groß und jeder hat Vor- und Nachteile. Da ich meine Webseiten grundsätzlich auf schnellen und zuverlässigen Servern ablegen will und bei Bedarf einen 24/7 Support brauche, greife ich auf die Business Pakete bzw. Server von All-Inkl.com zurück. Sicherlich gibt es auch noch zahlreiche andere Top Anbieter, aber wie sagt man so schön: „Never change a winning team!“.

Wer nicht weiß, wie man eine Webseite aufsetzt, eine Datenbank einrichtet, ein Template in ein beliebiges CMS installiert oder sogar selbst die Hand an HTML, PHP und CSS legt, sollte sich nun auf die Suche nach einem Dienstleister machen, der diese Aufgaben übernimmt. Wer sich die genannten Punkte zutraut, liest einfach weiter.

Das CMS – WordPress, Joomla, Drupal, Typo3 oder…??

Beim CMS gebe ich keine Empfehlungen. Ich liebe allerdings WordPress. Es ist einfach, es ist schnell und für Affiliate Seiten bestens geeignet, da es ständig weiterentwickelt wird und man unzählige kostenlose und kostenpflichtige Plugins findet. Ich arbeite seit Jahren mit diesem CMS und bin sehr zufrieden und inzwischen wohl auch recht versiert, was den Umgang damit angeht. Es spricht allerdings nichts gegen die Verwendung eines anderen Content Management Systems. Hier nimmt jeder einfach das, was er am liebsten hat.

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WordPress Download

Typo3 Download

Joomla Download

Die meisten Hoster bieten übrigens eine automatische Softwareinstallation per Knopfdruck. Das vereinfacht vor allem für Anfänger den Ablauf enorm. Man bekommt nach der Installation die Zugangsdaten für den Adminbereich per E-Mail zugeschickt. Die Datenbank wird automatisch angelegt. Einloggen, loslegen, fertig!

Das Grundgerüst steht – Jetzt kommt das Template

Beim Template scheiden sich die Geister. Man sollte auf jeden Fall einen Kompromiss aus Pagespeed und Usability, Optik und Nutzen finden. Gerade bei den kostenlosen Templates ist dies nicht immer leicht, denn die meisten sind nur dazu da, um letztendlich die „gute“ kostenpflichtige Version zu bewerben und Käufer zu finden. Folgende Fehler sollte man bei der Auswahl des Templates niemals machen:

  • Templates mit schlechtem Coding verwenden
  • riesige Slider verwenden
  • mehr Schein als Sein mit dem Template erzeugen
  • sich von optischem Schnickschnack blenden lassen

Wenn ich ein Template aussuche, dann versuche ich mir vorzustellen, was der Besucher nach dem Öffnen der Seite wohl als erstes sehen möchte. Ich stelle mir vor wie ich reagieren würde, wenn ich nach einem guten Dübel suche und zunächst mit nervigen Bildern oder Slides oder Videos oder sonstwas von Handwerker-Fotolia-Models aufgehalten werde, bis ich irgendwann an meine Information gelange. Ich stelle mir einfach vor, wie der perfekte Weg zum perfekten Dübel aussehen würde und den baue ich dann nach.

Gerade im Bereich der Produktvergleiche sehe ich immer wieder, dass Affiliates diese Fehler machen. Viel Bla Bla um nichts, um dann irgendwann mal auf den Punkt zu kommen. Man sollte es jedoch genau anders herum machen. Wer nach „dem besten Dübel“ sucht, will einfach nur den besten Dübel. Das Template sollte also in der Lage sein, ganz oben einen Bereich anzuzeigen, in dem nur steht:

  • Dübel 1 kann dies und das und jenes
    Geeignet für dies und das und jenes
    Kostet hier dies, kostet dort das
  • Dübel 2 kann dies und das und jenes
    Geeignet für dies und das und jenes
    Kostet hier dies, kostet dort das
  • usw. usf.

Diese Infos, mit einigen schönen Produktbildern aufbereitet, sorgen mit Sicherheit für bessere Provisionen, als ein Artikel über die Geschichte des Dübels im Laufe der Jahrzehnte mit einem „lumpigen“ Banner mitten im Text. Der Besucher kommt, vergleicht, klickt und kauft. Ein Traum für jeden Affiliate.

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Ich kann mir also ein Template suchen, welches diese Funktionen bereits besitzt. Das wird allerdings schwer werden, denn die meisten kostenlosen Designs können das alles nicht. Dafür gibt es dann Plugins, die diese Aufgabe erledigen. Wer allerdings eine All in One Lösung sucht, sollte man einen Blick auf das Affiliate Theme werfen. André und sein Team haben hier ganze Arbeit geleistet, denn mit diesem Template verfügt man über ein mächtiges Tool zur Erstellung von Affiliate Seiten. Es gibt nahezu nichts, was das Template nicht kann. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt einen ausführlichen Artikel über dieses Theme schreiben.

Content und Seite stehen – Der nächste Schritt zum Affiliate Projekt

Wie man Texte in ein CMS einpflegt, überspringe ich an dieser Stelle. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass dies jedem ein Begriff ist, der in seiner Online-Laufbahn beim Affiliate Marketing angekommen ist. Wer sich darüber informieren will, findet hier gute Infos.

Die Seite ist also erstellt und die Texte wurden eingepflegt. Nun wird es Zeit für etwas Feintuning, denn ohne Besucher und ohne Rankings ist die beste Affiliate Seite wertlos. Bei den folgenden Punkten geht es um die Usability der Seite. Ich werde nicht auf jeden Punkt ausführlich eingehen, denn dazu wäre ein eigener Artikel nötig. Ich möchte einfach nur dazu anregen, sich über diverse Faktoren Gedanken zu machen.

  • Alle Beiträge sollten in passende Kategorien eingeteilt werden
  • Auf der Seite sollten die wichtigsten Kategorien gut sichtbar sein
  • Die Affiliate Seite sollte auf jeden Fall responsive sein und auch auf mobilen Endgeräten gut angezeigt werden
  • Die Dateigrößen der Grafiken sollten möglichst schmal gehalten werden, um Ladezeiten zu verkürzen
  • Die gesamte Menüführung sollte immer wieder auf eine einfache Struktur hin überprüft werden. Findet der Besucher mit maximal 3 Klicks bzw. sofort was er sucht?
  • Ladezeiten der Seite durch Caching beschleunigen und mit Google Pagespeed überprüfen. Hierzu verwende ich sehr gerne das W3 Total Cache Plugin, welches es kostenlos als Download für WordPress gibt.
  • Alle Seiten und Beiträge sollten mit perfekten Titles und Descriptions ausgestattet sein. Hierzu verwende ich das kostenlose Yoast SEO Plugin für WordPress. Damit steuere ich die Titles, die Descriptions, die Indexierung und vieles mehr, wie beispielsweise das Open Graph Image für Postings auf Facebook & Co.
  • Die URLs sollten sauber sein, also passenderweise das gewünschte Keyword enthalten. Bei WordPress stellt man dies ganz einfach unter den Permalinks ein.

Wenn diese Aufgaben erledigt sind, kann ich gratulieren: Die Affiliate Seite steht. Aber……

Nach dem Aufbau ist vor dem Aufbau – Optimierung von Affiliate Seiten

Man ist stolz auf die erste eigene Seite und möchte nun das Geld mit der Schubkarre nach Hause fahren. Leider ist dies nur ein Traum, denn zunächst sollte man sich darum kümmern, dass die Besucher auch auf die Seite finden. Erstens kostet es eine Menge Arbeit mit Fingerspitzengefühl, bis Google eine Seite mit guten Rankings belohnt und zweitens heißt das noch lange nicht, dass der Besucher dann auch etwas kauft.

Zur Optimierung einer Affiliate Seite gehören für mich die folgenden Faktoren:

  • Linkaufbau
  • Regelmäßig frische Inhalte
  • Ständige Kontrolle der Usability und des Mehrwerts für den Besucher
  • A-B Tests
  • Social Media Sharing bzw. Social Signals
  • Aufbau einer Fanpage
  • Videotutorials auf Youtube, Vimeo usw. (wenn es Sinn macht)
  • Sehr gutes Tracking aller relevanten Daten
  • Strategien, die fernab der üblichen Wege liegen

Wer allerdings kontinuierlich an der Qualität und vor allem an der Aktualität seiner Seite arbeitet, wird langfristig auch Umsätze erzielen können. Diese liegen nicht selten gerade mal im Bereich von 50 bis 100 Euro Brutto im Monat. Um ein passives Einkommen mit Affiliate Seiten zu erzielen, braucht man dann um die 30 bis 50 Projekte, die für Umsätze in dieser Größenordnung sorgen.

Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass Texte, Themes, Server und Marketing Geld kosten und einen Teil, wenn nicht sogar das gesamte Income wieder auffressen.

Sicherlich kann man auch mit einem einzigen Affiliate Projekt auch deutlich mehr verdienen, doch dazu gehören sehr viel Arbeit, eine sehr umfangreiche Seite und zahlreiche sehr gute Platzierungen. Ach ja… und Durchhaltevermögen.

Möchte man sich nicht um das Online Marketing kümmern, kann man auch eine Agentur dafür heranziehen. Ich kann hier beispielsweise den Harald Wolf empfehlen. Er ist schon seit vielen Jahren ein festes Mitglied der Online Marketing Szene, hat so manches Projekt auf seinem Zähler und weiß, worauf es bei einer Affiliate Seite ankommt. Nebenbei steht er noch auf Punkrock und den FC St. Pauli. Ein tolles Komplettpaket aus Kompetenz und Kooperation auf Augenhöhe.

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