Expertenrunde Online Marketing – Interviews mit 9 OMlern

Expertenrunde Online Marketing – 17 Fragen, 9 Meinungen und 153 Antworten

Es ist nicht leicht, die Experten des Online Marketings an einen Tisch zu bekommen. Entweder sind die Auftragsbücher voll und die Zeit knapp, oder es findet gerade irgendwo in Europa eine OM Konferenz statt. Trotzdem haben wir es geschafft, uns die Meinungen von OMlern einzuholen, die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können.

Heute mit dabei:

boernMein Name ist Björn Tantau und ich liebe Online Marketing. Mit viel Leidenschaft probiere ich ständig neue Themen aus und prüfe, ob sie funktionieren oder nicht – und das so entstehende Wissen gebe ich weiter: Auf meiner Website, in meinem Podcast oder in meinen Büchern und eBooks. Wichtigster Aspekt dabei ist immer die Erhöhung der Reichweite durch mehr Traffic. Björn´s Newsletter

nicolasNicolas Sacotte – Mein Name ist Nicolas Sacotte und ich führe die Agentur contentking.de. Wir betreuen mittlere und große Firmen auf Ihrem Weg im Internet. Dabei beraten wir unsere Kunden in Sachen Content Marketing, d.h. wir analysieren gemeinsam, welche Inhalte wann, wo und in welchem Format so nah wie möglich bei der Bedarfsgruppe ankommen, um optimal wahrgenommen zu werden. Dabei spielt natürlich auch das Thema SEO eine wichtige Rolle, denn wenn man gute Inhalte baut, dann ist es sinnvoll, dass diese dann auch organisch in diversen Suchmaschinen gefunden werden können. Neben contentking.de betreiben wir einige weitere eigene Projekte wie infografiken.com und das quizcms.com. Beides Formate, die uns im Rahmen von kreativem Content Marketing für unsere Kunden weiter helfen. Nicolas Sacotte – Contentking.de

sebastianSebastian Erlhofer ist Geschäftsführer der mindshape GmbH in Köln und Buchautor des Standardwerks „Suchmaschinen-Optimierung“. Mindshape GmbH

torstenTorsten Tromm – Seit 1999 in verschiedenen Rollen im Online Marketing unterwegs. Vom Einzelkämpfer, über Freelancer, Gründer und Geschäftsführer einer Agentur, Berater, Digital Nomad auf Zeit bis hin zum Head of SEO und Head of Customer Intelligence bei Chefkoch.de, einem der reichweitenstärksten deutschen Portale. Die nächste Station steht unmittelbar bevor. TBA. Torsten´s XING Profil

stephanStephan Noske ist Online Marketing Manager mit Schwerpunkt SEO bei der Triplemind GmbH. Er betreut Reise- und touristische Informationsportale sowie Kundenaccounts in der On- und Offpage- Optimierung. Triplemind GmbH

sebastianSebastian Gebert – Mein name ist Sebastian Gebert. Ich wohne in Köln und arbeite dort seit Dezember 2014 bei der Firma Sparhandy. Dort habe ich den Bereich Search komplett an mich gerissen. 🙂 Sparhandy GmbH

heikoHeiko Höhn (aka @Steinhude) ist in der Online-Reklame seit 1998 unterwegs. Nach Stationen in Fachverlagen aus dem Bildungsbereich und einem Startup zum Online Sprachen lernen ist er seit 2013 mit Schwerpunkt SEO in der eigenen Agentur funktion5 GmbH am Steinhuder Meer tätig.

martinMartin Mißfeldt – Ich habe 1993 mein Studium der freien Kunst und Malerei an der UDK Berlin abgeschlossen. Schon im Studium bin ich mit den damals noch „neuen Medien“ in Berührung gekommen. 1996 habe ich mit 4 Kollegen eine GmbH gegründet, die ein Opfer der „Internetblase“ Anfang des Jahrtausends wurde. Anschließend habe ich mich mit DUPLICON selbständig gemacht. Zunächst als Flash-Animation-Freelancer tätig, habe ich stets an eigenen Websites gearbeitet, wenn keine Aufträge anstanden. Im Laufe der Jahre bin ich über Konzeption von Projekten hin zum Projektmanagement gekommen. Seit 2007 ist auch Seo ein Bestandteil dessen, was meine tägliche Arbeit ausmacht. Aber natürlich male und zeichne ich noch Bilder. Martin´s TagSeoBlog

felixFelix Beilharz – Ich arbeite als Speaker und Trainer. Zusätzlich betätige ich mich als Consultant, Autor und Dozent. Neben meiner Arbeit, sofern ich Zeit finde, schaue ich auch aus der Sicht eines Affiliate auf das Netz und die aktuellen Entwicklungen. Felix Beilharz

Wer sich die Antworten auf die Fragen des Interviews aufmerksam durchliest erkennt, dass die Sichtweise stark vom Schwerpunkt der jeweiligen Haupttätigkeit abhängt. Jeder hat also sein ganz spezielles Fachgebiet und sich im Laufe der Jahre darauf spezialisiert.

Zu jeder Frage bekommt Ihr jetzt 9 Antworten, 9 Meinungen, 9 Anregungen.

Wir wollen Euch auch gar nicht mehr lange auf die Folter spannen. Los geht´s mit der OM Expertenrunde.

Wie bist Du zum OM gekommen?

 

felixNeben dem Zivildienst habe ich einen kleinen Online-Shop aufgebaut, der erstaunlich gut gelaufen ist. Das hat mich gefesselt. Im Laufe des Studiums habe ich dann immer weitere Seiten aufgebaut und mir damit das Studium finanziert. Irgendwann bin ich dann in die Beratung gerutscht, damit war mein beruflicher Weg dann geebnet.

martinIndem ich eher zufällig die Besucherzahlen meiner Künstler-Homepage prüfte (2007): da fiel mir auf, dass einige Bilder deutlich mehr Besucher brachten als andere. Das habe ich untersucht und die Erkenntnisse auf meine anderen Bilder angewandt. Schupps, war ich im Thema Bilder-Seo gefangen.

sebastianDas ging eigentlich recht früh los. Da ich aus Hannover komme, hatten wir recht früh eine DSL Flat, EXPO 2000 sei dank. Damals habe ich angefangen, die ersten Webseiten mit Microsoft Frontpage zu bauen. Das aber ohne groß über die Themen nachzudenken, wollte einfach etwas machen.

Im Jahr 2002 habe ich angefangen ein Portal zum Thema Shuttle und Barebone Systeme aufzubauen. ( Nicht mehr online aber hier kann man noch was sehen: https://www.stylemotion.de/reference-barebonecenter.html) Die waren damals recht cool. Angefangen mit einen VB Forum, bin hin zu einem Portal mit etlichen Testberichten und den einen oder anderen Redakteuren, die bezahlt wurden.

Abgestoßen habe ich das Projekt dann so 2005 oder 2006. Danach kam bei mir die Entwicklung Richtung Facebook. Was aber irgendwie langweilig wurde, so 2011 rum.

torstenIch hatte schon in einem recht frühen Stadium des deutschen Internets die fixe Idee, dass man mit diesem „Internetz“ bestimmt irgendwie Geld verdienen kann. So kam es, dass ich mich ab ca. `96/´97 mit Webtechnologie beschäftigt habe und mir HTML beigebracht habe. Während meines Studiums Ende der 90er ließ sich das erstmalig in bare Münze umsetzen, in dem ich für Kunden Websites gebaut habe. Die Idee mich damit zu beschäftigen, wie man es hinbekommt, dass diese Websites auch von Menschen gesehen werden, war für mich sehr naheliegend und ich fing an mich mit Suchtechnologien und generell mit Marketing zu beschäftigen, habe dieses Wissen in eigene Projekte investiert und zunehmend mehr Suchmaschinenoptimierung und OM für Kunden gemacht. Bald darauf habe ich eine kleine Agentur gegründet, die zunächst nur beraten hat, aufgrund der Nachfrage aber schon bald zur Full Service Agentur wurde. Seit dem war ich so richtig „im Business“ und so ist es auch geblieben.

nicolasEigentlich war das eher Zufall: ich habe ganz klassisch BWL studiert, allerdings mit Schwerpunkt „internationales Marketing“. Im Rahmen einer Studienarbeit musste ich mich damals mit Frontpage98 auseinandersetzen und habe damit meine erste Webseite gebaut. Das hat mir Spaß gemacht und sich nach „Berufung“ angefühlt. Über Empfehlungen habe ich dann recht schnell auch die ersten Kundenseiten gebaut, um mein Studi-Budget zu optimieren. Und als die ersten Kundenseiten fertig und online waren kam natürlich auch recht schnell die Frage nach dem „mehr Traffic“ auf.

Damals hat sich absurder Weise niemand wirklich um Traffic Gedanken gemacht. Da war für Unternehmen erst mal wichtig überhaupt eine Webseite zu haben, um die Domain auf Flyern und Broschüren abdrucken zu können. Suchmaschinen gab es zwar damals schon, aber die waren eher schlecht als recht. Ich habe damals meine ersten SEO-Schritte auf altavista, yahoo und fireball gemacht.

Mit ganz vielen Keywordwiederholungen, meta-description-Tuning, weißem Text auf weißem Hintergrund, Cloaking, Doorwaypages und all dem Kram, den man damals halt so gemacht hat. Und dann kam irgendwann google und hat den Markt (gottseidank) komplett verändert. Aber damals war SEO auch für google noch ein Kinderspiel, man musste nur ausreichend Geduld mitbringen, denn es gab keine dynamischen volatilen SERPs.

Google hat alle paar Monate den sogenannten google-Dance gemacht. Innerhalb von wenigen Tagen wurden dann die neuen SERPs Schritt für Schritt auf allen Datencentern ausgerollt. Erst dann wusste man, ob die Arbeit der letzten Wochen gut oder schlecht war. Seit dem hat sich SEO schon sehr stark geändert, denn aktuell wird es immer mühsamer Suchmaschinen auszutricksen! Die Skalierbarkeit von SEO schwindet.

sebastianIch wollte 2001 eine Website über das Thema Suchmaschinen-Optimierung schreiben. Das hat sich dann aber erledigt, weil das Studentenleben zu viel Zeit in Anspruch genommen hat. Ich habe dann stattdessen ein paar Jahre später ein Buch daraus verfasst. Das war für mich Gelegenheit, intensiv in Information Retrieval und SEO einzusteigen.
stephanIch bin 2010 als Quereinsteiger zum Online Marketing gekommen. Das Thema hat mich vom ersten Moment an begeistert, was dazu führte, dass ich mich auch neben der Arbeit mit dem Thema Online Marketing beschäftigt habe und so meine Kenntnisse in den letzten Jahren immer weiter ausbauen konnte.
heikoIm Verlagsbereich zeichnete sich bereits Anfang 2000 schnell ab, dass „dieses Internet“ nicht so schnell wieder weggehen würde, wie von manchen Managern über tote Bäume gewünscht.

boernDas war eher ein schleichender Prozess. 1995 surfte ich das erste Mal mit einem 28K Modem von Motorola im Internet – und das Potenzial des Prinzips „Website“ begeisterte mich. Informationen immer dann zu bekommen, wann ich will und worüber ich will… mir war klar, dass nur das die Zukunft sein konnte – zumindest die Zukunft der Medien. Also fing ich an, selbst Websites zu bauen und mit der Zeit wurde ich immer besser, bis ich dann komplexe Portale aufbaute. Und wenn man solche Portale aufbaut, dann kommt man immer wieder an den Punkt, wo man sich mehr Reichweite wünscht – also mehr Besucher! Auf diesem Weg landete dich dann Ende der 1990er beim Thema „SEO“ und hatte dann den Schlüssel für mehr Traffic in der Hand. Ich weiß, SEO ändert sich ständig. Grundsätzlich aber folgt es seit Jahren denselben Grundsätzen: Hochwertige Inhalte und passende Vernetzung. Interessiert man sich für SEO, dann ist also auch das Thema „Link Building“ nicht weit und das gilt auch für Content Marketing. Mein Weg führte also über SEO und Social Media bis hin zu Content Marketing und E-Mail Marketing, neu dazugekommen ist dank WhatsApp oder Snapchat auch Mobile Marketing. Diesem Prinzip bin ich bis heute treu geblieben: Aus jeder sinnvollen Disziplin für Online Marketing nehme ich genau die Elemente, die am besten funktionieren. Ich kombiniere sie, wende sie an, analysiere die Ergebnisse, optimiere und wende sie erneut an – in ihrer optimierten Form. Auf diese Weise erziele ich immer die besten Ergebnisse.

Was gefällt Dir an Deinem Job im OM am besten?

 

felixDass es ständig was Neues gibt, es wird nie langweilig. Und dass man fast alles selbst ausprobieren und schnelle Ergebnisse sammeln kann. Das macht Spaß und motiviert.
martinUnabhängigkeit und Abwechslung. Glücklicherweise brauche ich nicht mehr für Kunden arbeiten, so dass ich mir die Jobs nach Lust und Laune aussuche. Damit wachsen auch die Möglichkeiten, neue Wege zu gehen. So lernt man ständig Neues hinzu … Beim selbstbestimmten Arbeiten ist Weiterbildung keine zusätzliche Aufgabe, sondern elementarer Bestandteil. In den vergangenen 15 Jahren ist das Netzwerk meiner Projekte so weit gewachsen, dass ich inzwischen finanziell unabhängig bin. Das schafft Raum für neue Perspektiven.
sebastianDas abteilungsübergreifende Arbeiten. Jemand der nur sich und seinen Bereich oder seine Abteilung sieht, ist eine recht große Bremse. Um Projekte und Kampagnen erfolgreich umzusetzen, musst du mit allen Abteilungen Hand in Hand arbeiten, das macht es recht spannend.
torstenOnline Marketing wird niemals langweilig. Ständig verändern sich die Umgebungsparameter und neue Möglichkeiten tun sich auf. Dabei ist alles noch so jung und unausgereift, dass man sich selbst ständig und beständig um das Testen und Verifizieren von kommuniziertem Wissen, sowie die Erarbeitung eigener Themen kümmern muss. Wenn man will (und man sollte wollen), kann man jeden Tag etwas Neues lernen. Natürlich reicht es nicht aus, selbst zu wissen, wie etwas funktioniert, sondern man muss auch in der Lage sein, das Wissen an Kunden und Kollegen so weiterzugeben, dass es verstanden und angewendet werden kann. Das macht den Job schon sehr spannend.

nicolasDie Vielfalt! Ich weiß nicht, ob ich ein guter InHouse-OMler wäre. Zumindest nicht dauerhaft, denn ich liebe die thematische Abwechslung und den täglichen Lerneffekt. Wenn man gutes Content Marketing machen möchte, ist es unumgänglich sich sehr intensiv mit dem Geschäftsmodell des Kunden und seiner Zielgruppe auseinander zu setzen. Man muss sich in sehr kurzer Zeit ein fundiertes Wissen über die Nische des Kunden aneignen, um zu verstehen wie Markt und Kunden ticken. Nur so wird man erfolgreiche Kampagnen fahren können.

Ich betreue Kunden aus allen möglichen Bereichen, angefangen von Banken, Immobilienmaklern, Büroartikel-Shops bis zu online Blumenversendern. Thematisch alles dabei. Der Austausch mit den Kunden ist mir ebenfalls sehr wichtig, denn nur durch ständigen Kontakt mit den Kunden können wir gute Beziehungen und Kooperationen aufbauen. Auch da ist selbstredend sehr viel Abwechslung drin, die man vielleicht als InHouse-Beauftragter so nicht hat. Aber vielleicht mag ich mich auch irren, denn ich habe viele Branchenkollegen, die auch in diesen Positionen einen Top-Job machen und glücklich sind mit ihrer Arbeit.

Zuletzt finde ich auch die Dynamik im Markt super spannend. Das schafft natürlich auch ein großes Stresspotential, aber ist für mich einfach eine große Herausforderung, mögliche Updates und Änderungen in fest etablierte Prozesse auf Kundenseite zu bringen. Dabei fühle ich mich oft gar nicht so sehr als Consultant, sondern manchmal eher als Diplomat, Arzt oder Techniker, weil an den meisten Prozessen immer Menschen beteiligt sind.

sebastianDass man in einem dynamischen und modernen Umfeld mit jungen, motivierten Menschen arbeiten kann – in einer aktiven Szene.
stephanDa gibt es einiges 🙂 Die tollen Kollegen, mit Kunden Erfolge feiern zu können, die ständige Herausforderung, die vielen tollen Kontakte, die Konferenzen, mich stundenlang in Analysen vergraben zu können und so weiter und so weiter.

heiko„Irgendwas ist immer“ ist nicht nur ein Refrain von Element of Crime, sondern auch Lebensmotto für jeden SEO/Online-Marketing Menschen. Fürs Surfen bezahlt zu werden ist ein Traumberuf. +1 dafür.

boernNatürlich das Erstellen von spannenden Inhalten. Es gibt keine Branche, in der sich so viel so schnell ändert wie im Online Marketing. Das macht die Sache auf der einen Seite schwierig, auf der anderen Seite aber auch sehr aufregend. Man kann sich auf keinen Lorbeeren mehr ausruhen und muss immer am Ball bleiben. Diese Dynamik liegt mir und ich kann mich da voll ausleben. Es ist einfach faszinierend: Da haben viele erst jetzt wirklich verstanden, wie lukrativ zum Beispiel die Möglichkeiten von Facebook Ads sind und dann kommen mit Instagram und Snapchat schon wieder neue „Player“, mit denen man sich befassen muss. Wer nicht auf Draht ist, kann schnell unter die Räder kommen. Das Erstellen von nützlichem und hilfreichem Content aber ist genau der richtige Weg, um effektiv am Ball zu bleiben. Und genau das macht mir sehr großen Spaß!

Welche Online Marketing Trends siehst Du für das Jahr 2016. Was bleibt wichtig? Was wird wichtiger und was verliert an Bedeutung?

 

felixWichtig werden und bleiben Themen wie Mobiles Marketing, Live Streaming und Chat-Applikationen. Das Thema Virtual Reality dürfte richtig an Fahrt aufnehmen und in der breiten Bevölkerung ankommen.
martinDie meisten Trends des Jahres 2015 sind zwar bekannt, aber noch längst nicht wirklich umgesetzt. Mobile ist inzwischen etabliert, aber es gibt auch bei mir immer noch Relikte, die nicht Smartphone-tauglich sind. Das bleibt also auch 2016 ein Thema. Inhaltlicher Mehrwert ist heute selbstverständlich, aber es gibt noch sehr viele Projekte, die in einer Zeit entstanden sind, als das noch nicht wirklich ein Erfolgsfaktor war.
Amazon wird für alle, die an Produkt-Verkaufsprozessen beteiligt sind, ein wichtiges Thema bleiben . Ich vermute, dass uns in dieser Hinsicht einige Neuerungen bevorstehen, die nichts mit Google zu tun haben: wenn Amazon endlich seine Produktsuche aufräumt, wird das große Auswirkungen auf alle haben. Am wichtigsten scheint mir das Umdenken hinsichtlich der Erstellung neuer Inhalte zu sein. Natürlich will man möglichst effektiv arbeiten – aber dem steht der Mehrwert gegenüber. Die Optimierung dieser Schaffensprozesse ist gerade erst am Anfang.
sebastianIch finde es recht spannend, was Google da gerade mit den Serps veranstaltet. Content Marketing wird in 2016 auch noch mehr Bedeutung finden. Wobei sich hier so langsam die Spreu vom Weizen trennen wird. Ist ja ähnlich wie mit Social Media, denn die echten Experten kannst du an ein oder zwei Händen abzählen.

torstenIch interessiere mich zunehmend weniger dafür, welche Sau gerade durch das Online Markting Dorf getrieben wird. Trend-Themen werden oft von kommerziellen Interessen der Dienstleister, Händler oder zB Google getrieben. Fast alles, was in den letzten Jahren gehyped worden ist, war auch schon lange davor relevant. Content Marketing, Storytelling, Data-driven Business usw. sind ja alles klassische Marketing-Bausteine, die seit Jahrzehnten angewendet werden. Sicherlich erfordern klassische Marketingmethoden oft eine Transformation, damit sie in Onlinekontexten funktionieren.

Das hat dazu geführt, dass sich im OM eine große Anzahl von Expertisefeldern ausgeprägt hat. Was dabei aber dabei auf der Strecke geblieben ist, ist der holistische Blick auf das Business. Die Betrachtung von Customer Journeys von der Entstehung eines Bedürfnisses, durch den Funnel bis zu Conversion/Retention/Referal. Gefühlt fehlen der OM Branche Menschen, die in der Lage sind, das Big Picture zu sehen und alle Puzzleteile zusammenzufügen. Im Gegenzug gibt es sehr viele Experten, die sich an zu granularen, oft technischen, Details festbeißen.

Dies verhindert derzeit noch recht zuverlässig, dass man sich mit dem Menschen, seinen Bedürfnissen, seinen Vorlieben, seinen Erwartungen und seinen Wertesystemen auseinandersetzt. Ich würde mir also wünschen, dass ein holistischerer Blick auf Marketing 2016 ein Trend wird. Vermutlich wird es aber eher noch ein bisschen dauern, bis sich mehr Online Marketer damit beschäftigen, anstatt mit der Brechstange eine Umstellung auf HTTPS herbeiführen zu wollen, weil es angeblich hilft organic traffic zu skalieren.

nicolasUh, das ist jetzt natürlich eine wirklich sehr breite Frage, denn Onlinemarketing umfasst ja wirklich alle Kanäle, die selbst in die Offline-Welt hineinragen und sich damit verzahnen. Ich werde versuchen mich kurz zu fassen, denn da könnte man sicher einige zehntausend Worte darüber verlieren. Das Thema „mobile“ in all seinen Facetten wird sicher noch viel wichtiger werden, denn in vielen Companys ist das noch nicht wirklich angekommen. Da wurde allerhöchstens die Webseite auf „responsiv“ umgestellt und das Thema mobile damit erstmal als erledigt abgehakt.

Rings herum gibt es aber noch viel mehr wichtige Themen auf diesem Spielfeld: Thema Apps, Thema Suchverhalten (z.B. Voice Search), Cross-Device Tracking, Second Screen Effekte, mobile-Atrribution etc. sind alles Dinge, die viele Unternehmen aktuell nicht auf dem Schirm haben. Fakt ist: die Nutzung von mobilen Endgeräten ist mehr als deutlich auf dem Vormarsch und macht in gewissen Bereichen und Kundensegmenten schon den Hauptanteil gegenüber Desktop aus. Auch die optimale Verzahnung aller zur Verfügung stehenden Kanäle und Customer-Touchpoints wird ein wichtiges Thema bleiben, denn aktuell werden viele Channels in ihrer eigenen Bubble leider nur separat betrachtet, obwohl es sehr viele positive Aspekte im Zusammenspiel mit anderen gibt, die ungenutzt liegen bleiben.

sebastian2016 wird sich nicht viel tun im Vergleich zu 2015: Kontinuierlich wird das Thema Mobile wichtiger, der organische Platz in den SERPs wird weniger und wir werden immer mehr in Richtung Conversionoptimierung gehen.

stephanAus SEO-Sicht sind die Onpage-Optimierung, der Content und das Userverhalten Faktoren, die an Bedeutung gewonnen haben und deren Optimierung aufeinander aufbaut. Eine schnelle Webseite bringt dir nichts, wenn dem User nur umständliches Navigieren möglich ist. Der beste Content ist wertlos, wenn der User (oder der Bot) ihn nicht finden kann. Ein 8000 Worte Fachartikel ist vergebene Mühe, wenn er zu schwer verständlich oder schlecht aufgearbeitet ist und daraus eine kurze Verweildauer und eine hohe Absprungrate resultieren. Der User steht 2016 klar im Vordergrund. Findet der User deine Seite geil, wird das auch in den Rankings entsprechend belohnt werden.

heikoDie Hausaufgaben im OnPage Bereich zu erledigen bleibt ein Dauerbrenner. Weiterhin begegnen uns viele Seiten mit einem „Willkommen!“ auf der Startseite und sonst nichts zum Inhalt. Das passt nicht zum Wunsch, zum Suchbegriff xy gefunden zu werden. Gute und vor allem lesenswerte Inhalte, die einwandfrei auf möglichst vielen Endgeräten dargestellt werden ist und bleibt wichtig.

Im technischen Bereich ist zum Beispiel das Thema schema.org – die maschinenlesbare Kennzeichnung und Strukturierung von Inhalten – bereits Jahre alt, aber auch im Jahr 2016 nutzen bisher nur wenige lokale Geschäfte die Möglichkeit, eine vernünftige Auszeichnung der Adressdaten und Öffnungszeiten vorzunehmen. Der Einbau des Codes für die Adresse kostet nur wenige Minuten, wird aber häufig vernachlässigt.

boernWerbung wird wichtiger – und gleichzeitig unwichtiger. Wie das gehen soll? Ganz einfach: Werbung, wie wir sie bisher kannten, wird verschwinden oder zumindest sehr unwichtig werden. Ganz einfach, weil die Ergebnisse zu schlecht sind. Niemand will das 20. Banner von einem Produkt sehen, dass ihn (oder sie) nicht interessiert. Klassisches Display Advertising wird also deutlich an Relevanz verlieren (auch wenn die Industrie das natürlich anders sieht). Zielgerichtete Werbung aber, wie sie zum Beispiel schon heute durch das Targeting von Facebook möglich ist, wird stark wachsen. Die Nachfrage wird steigen, weil es der sinnvollste Weg ist, um das eigene Werbebudget effektiv einzusetzen. Sinkende Kosten bei steigender (und messbarer) Reichweite. Da kann die Litfaßsäule oder der Bauzaun als Werbeträger nicht mithalten. Und das klassische Banner leider auch nicht.

Wie wichtig ist das Linkbuilding für Dich und Deine Arbeit? Wie stark gewichtest Du Links als Rankingfaktor?

 

felixIch baue aktiv keine Links mehr auf, zumindest nicht wie früher. Aber ich mache Pressearbeit und Content Marketing unterschiedlichster Ausprägung, das sorgt auch immer für neue Links. Links halte ich immer noch für wichtig, dahingehend hat sich ja auch Google neulich geäußert.

martinLinkbuilding: Unwichtig

Links: Wichtig

Ich verlinke im Grunde nur themenrelevant aus meinem eigenen Content-Netzwerk. Hinzu kommen viele Links, die ohne mein Wissen oder Zutun von alleine entstehen. Dieses Prinzip funktioniert bei etablierten Projekten sehr gut.
Links sind nach wie vor ein wichtiger Rankingfaktor. Ohne Links hat man in umkämpften Nischen keine relevanten Rankings.

sebastianBei Sparhandy ist es recht witzlos, da doch sehr viel nachgebaut wird. Da muss man eben andere Wege gehe 😉

Ansonsten sind Links nach wie vor wichtig, einen passenden Artikel gibt es hier von Frank: https://www.seo-scene.de/linkbildung/linkbuilding-thesen-2016-3121.html

torstenLinks sind aktuell sicher noch ein wichtiger Rankingfaktor. Ich zweifele allerdings daran, dass das nachhaltig so bleiben wird. Entwicklungen wie Google Rank Brain zeigen, dass Google hart daran arbeitet diesen Faktor geringer zu gewichten und sich stattdessen eher auf die Messung von menschlichem Verhalten zu fokussieren.

Außerdem funktionieren insgesamt nur wenige Suchsysteme auf der Basis von Link-Graphen und deren algorithmischer Verarbeitung. Spätestens mit einer zunehmenden Fragmentierung und dem Eintritt weiterer sehr großer Player in den Search Market, wie zB Facebook oder Apple, kann es für Unternehmen gefährlich sein, zu viele Ressourcen auf das Bedienen eines einzelnen spezifischen, nicht systemisch wirkenden Erfolgsfaktors zu bündeln.

Das soll aber nicht heißen, dass Links an sich nicht mehr wichtig sind. Man sollte sie nur nicht ausschließlich als Rankingfaktor, sondern als Bestandteil der User/Customer Journey und somit als Zuführungskanal in den Conversion Funnel und als Referal-Instrument begreifen. Aus diesem Betrachtungswinkel haben sie auch weiterhin eine Bedeutung für meine Arbeit. Das Erstellen und Distribuieren von resonanzfähigen, teilenswerten und verlinkungswürdigen Inhalten und das Eingehen von strategischen Kooperationen wird im Marketing immer sinnvoll sein.

nicolasLinks sind nach wie vor ein starkes Rankingsignal, allerdings mittlerweile in Kombination mit zahlreichen anderen Faktoren, die stimmen müssen. Ein Link, der keine Besucher bringt ist dabei z.B. eher wertlos. Ein Link, der jeden Monat aus neue Besucher bringt ist hingegen als vorteilhaft für bessere Rankings zu werten. Aber das ist leider mittlerweile noch nicht alles: DER gute Link bringt nicht nur Besucher, sondern auch die nachgelagerte entsprechende Aufenthaltsdauer und idealerweise sogar finale Conversions auf der Zielseite. Erst dann wirkt der Link sich auch optimal aus. Und dann wird EIN solcher Link auch definitiv mehr Rankingverbesserungen bringen als 25 andere digitale Verweise, nach denen der Besucher vielleicht sehr schnell wieder abspringt, weil das Angebot auf der Landingpage qualitativ minderwertig ist, oder einfach nicht zur Erwartungshaltung des Besuchers passt.

Das macht Linkbuilding natürlich erheblich schwerer und weniger skalierbar, als es noch vor wenigen Jahren war. Und dabei ist es relativ egal, ob es sich um einen gekauften, getauschten oder natürlich verdienten Link handelt. Die Zeiten in denen man auf einer Seite zum Thema Hamsterfutter wirkungsvoll einen Kreditvergleich angelinkt hat, sind defintiv vorbei. Google hat es mit diversen Diensten, allen voran google Analytics geschafft, sehr viel mehr Daten messbar zu machen und in die Bewertung von Webseiten einfließen zu lassen. Einen Großteil der gemessenen Signale kann man heutzutage nicht mehr faken oder in irgendeiner Form nachbilden. Das Thema „linkless Rankings“ halte ich dennoch für ein Märchen!

Sicher gibt es sehr kleine Nischen, ohne viel Wettbewerb, in denen das funktionieren kann, aber da wo im netz richtig Geld zu verdienen ist, braucht man leider immer noch die entsprechenden Verweise von anderen themenrelevanten Seiten. Für viele, vor allem kleinere Firmen, ist das natürlich ein Problem geworden, denn wie oben bereits erwähnt, gibt es kein wirklich skalierbares Linkbuidling mehr. Das Thema Linkearning funktioniert zwar recht gut, sofern man es richtig macht, aber es ist bezüglich des Erfolges schlichtweg nicht vorab kalkulierbar. Wir wissen das aus dem Tagesgeschäft und aus vielen Dutzend Projekten: es gibt Content Marketing Kampagnen (mit dem Ziel: Linkearning), die bringen Links satt, daneben gibt es aber auch leider immer wieder welche, die wenig bis keine Links abwerfen.

Das kann natürlich viele Gründe haben: zum einen gibt es Bereiche, in denen z.B. Blogger äußerst linkgeizig sind, andere Bereiche in denen die Seitenbetreiber sehr gut informiert sind und aus Angst vor Abstrafungen keine Links rausgeben, oder Themenumfelder in denen die Blogger sehr verwöhnt sind und deshalb immer direkt horrende Summen für die Platzierung eines Links aufrufen. Und manchmal trifft man einfach thematisch auch daneben, weil das Unternehmen die Zielgruppe zur sehr mit der „Firmenbrille“ angesehen hat und die Inhalte zu egozentriert produziert wurden. Zusammengefasst bedeutet das: Die Kosten für Linkbuilding sind wirklich massiv gestiegen!

Als Vergleich: vor wenigen Jahren noch hat man einen Link auf Seite XYZ gekauft, auf einen bestehenden eigenen Inhalt setzen lassen und konnte sich in Ruhe zurücklehnen und die steigenden Rankings begutachten. Aktuell, zumindest wenn man sauberes Linkearning betreibt, muss zunächst die Bedarfsgruppe dekonstruiert werden, dann müssen Contentideen gesammelt und sondiert werden, eine Auswahl wird getroffen, der Content wird aufwendig produziert, die Landingpage gestylt und online gebracht, im Anschluss wird der neue Inhalt im Netz geteilt und geseeded, in der Hoffnung neue Links zu akquirieren.

Contentproduktion und Seeding können dabei schon alleine mehrere tausend Euro fressen, ohne Erfolgsgarantie in Sachen Linkausbeute. Große Firmen können dafür natürlich Budget freimachen und die deutlich längere Durststrecke zwischen Kampagnenstart und besseren Rankings überstehen. Viele kleinere Unternehmen schaffen das leider nicht und greifen aus Budget- und Zeitmangel leider immer noch auf veraltete SEO-Strategien aus dem OffPage-Umfeld zurück.

sebastianOhne Links geht es nicht. Ich denke aber, dass es weiter in den Bereich Link-Earning gehen wird als in den Bereich Link-Kauf und Co.
stephanLinks sind nach wie vor einer der wichtigsten Rankingfaktoren, das sieht man auch gut an den noch immer funktionierenden Blognetzwerken, wobei ich ein solches Vorgehen nicht empfehlen würde. Aber funktionierende Blognetzwerke geben definitiv Aufschluss über die noch immer aktuelle Power von Links.

Wer heute allerdings noch auf veraltete Maßnahmen und Masse statt Klasse setzt, der wird langfristig keine Erfolge erzielen können. Links aus Artikelverzeichnissen, Blogkommentare und Pressemeldungen? Bitte nicht in 2016!

heikoIn unserer täglichen Agenturarbeit war das Thema Linkaufbau nie großes Thema und rückt weiter in den Hintergrund. Wir gehen eher dazu über, bei neuen Kunden Linkleichen abzubauen. Ohne Links geht es nicht, aber zum Glück mit der abgedroschenen Phrase „Qualität statt Quantität“.

boernLink Building ist wichtig, wenn es sein muss. Ich selbst habe derzeit nur technische Berührungspunkte mit diesem Thema. Ich weiß, worauf es ankommt und wie man vorgehen muss, um gute Ergebnisse zu erzielen. Für meine Projekte allerdings verzichte ich auf Link Building und setze auf organischen Linkaufbau – was hervorragend funktioniert. Grundsätzlich sind Links als Rankingfaktor noch immer sehr wichtig und daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern – einfach weil sie den Algorithmus von Google im Kern ausmachen. Die Bedeutung von Links zu mindern oder komplett abzuschalten, das würde Google zum jetzigen Zeitpunkt größere Schäden zufügen. Vielleicht sind wir in ein paar Jahren wirklich soweit, auf Links verzichten zu können, doch bis dahin muss noch einiges passieren.

Welche Methoden verwendest Du, um eine Seite zu pushen? Nach welchem Schema gehst Du vor?

 

felixAusführliche Analyse von Zielgruppe, Konkurrenzsituation, Marktlücken etc. Dann Content-Erstellung und Outreach. Das Ganze im Zusammenspiel aus SEO, Social Media, eventuell Paid Ads und PR.
martinIch habe ja das große Glück, dass ich in meinem Netzwerk relativ viele Besucher habe, die ich gg. zu neuen Projekten umleiten kann. Ansonsten nutze ich meine eigenen Social-Media-Accounts, um mit Hilfe gezielten Aktionen (z.B. Infografiken) von Zeit zu Zeit für Traffic-Peaks zu sorgen. Ein Schema gibt es nicht: ich lasse mich bei jedem Projekt individuell inspirieren, was der beste Weg ist – und zwar immer genau jetzt.
sebastianKann man so pauschel nicht sagen. Bei Sparhandy kommt es immer auf die Seite und das Konstrukt im Hintergrund an. Im Privaten ist es doch recht einfach. Endcore ein Ticket für Design und Technik erstellen, Texte schreiben oder bestellen und alles via WordPress anlegen. Danach die ersten Links aufbauen. Danach beginnt das kontinuierliche optimieren. Hier allerdings ohne Leitfaden, da ich die Sachen eigentlich immer noch aus Spass mache und daher auch nur Arbeiten mache, auf die ich gerade Bock habe. Natürlich kastriert man sich damit selber, aber so macht es mir eben Spaß.

torstenIch interpretiere „Seite pushen“ mal als „Business pushen“, da sich meiner Meinung nach Optimierungsmaßnahmen immer an den Erfordernissen des Geschäfts orientieren müssen. Aus diesem Blickwinkel halte ich alle Methoden, die dekonstruierend ein Verständnis des Businesses erlauben für sehr wichtig. Welche Umstände und Ereignisse erzeugen ein Bedürfnis? Wie formt sich daraus ein Bedarf? Wie sieht der Weg vom Bedarf zur Lösung aus? Wie funktioniert der Markt? Welche Produkte und Marktteilnehmer gibt es?

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen potentiellen Kunden? Welche Gedankenkonstrukte eines Interessenten gibt es und wie reflektiert meine Produktkommunikation sie? Welche Wertesysteme prägen die Entscheidungen von Kunden? Welche verkaufsentscheidenden Eigenschaften sollte ein Brand transportieren?

Es bringt nichts in dynamischen, zunehmend komplexeren Systemen mit fixen Schemata zu arbeiten. Vielmehr sollte man sich darauf fokussieren ein Framework an Methoden zu erarbeiten, das einem erlaubt, die wesentlichen Erfolgsfaktoren zu identifizieren und dort mit zielgerichteter Optimierung anzusetzen.

nicolas„Pushen“ ist sehr relativ! Ich denke Du meinst ganz konkret die google-Rankings? Um ehrlich zu sein: ich habe meine Denkweise in den letzten Jahren recht radikal geändert. „Pushen“ heißt für mich, den bestmöglichen Trafficstrom auf die entsprechende Seite zu bekommen. Sicher spielen organische google-Rankings ein wichtige Rolle, aber es gibt zahlreiche andere Wege und auch alternative Suchdienste, die ich natürlich fallspezifisch für ein Projekt definiere und dann gezielt beackere.

Um aber auf den Kern Deiner Frage zurück zu kehren: ich mache immer erst die OnPage-Hausaufgaben, soweit es möglich ist! Gerade bei Kundenprojekten ist genau das nicht immer ganz einfach, weil die bestehenden Systeme sehr viele Grenzen mitbringen. Aber deshalb heißt es ja auch „Optimierung“ und nicht „Idealisierung“! Ich versuche mich gemeinsam mit dem Kunden an das mögliche Optimum heran zu arbeiten. Den Idealzustand habe ich eigentlich noch gar nie gesehen. Wäre ja auch traurig, dann gäbe es ja nichts mehr zu optimieren!

Grundsätzlich nutze ich alle mir zur Verfügung stehende Tools und mache erst mal ein Audit der Seiten, um im Detail zu sehen, wo man steht. Daraus entsteht ein Dokument mit ganz konkreten Handlungsempfehlungen, die wiederum aber priorisiert sind, weil es in den meisten Fällen immer Ressourcenbeschränkungen gibt. Diese Liste wird dann von oben nach unten abgearbeitet, um das Optimum zu erreichen. Diese Audits mache ich nicht nur für OnPage-, sonder auch im OffPage-Rahmen.

Die Link-Audits dienen dazu, das Linkprofil einmal sehr gründlich zu prüfen, denn selbst die optimale Ausgestaltung aller OnPag-Faktoren wird sich nicht positiv auf die Sichtbarkeit auswirken, wenn es im Linkbild faule Eier gibt. Da bereinigen wir auch oft präventiv, selbst wenn es keine manuelle Linkwarnung in der SearchConsole gab. Wenn dann alles passt, beginne ich damit Links aufzubauen. Und ja, ich bin bekennender Linkkäufer, sofern die Qualität passt und Traffic zu erwarten ist. Der Rest passiert dann via Linkearning.

sebastianEs gibt kein Schema zum Pushen. Wir analysieren Websites, leiten Hypothesen für Rankinghemmnisse ab und gehen diese dann an.

stephanNeben der Keywordanalyse steht besonders die Recherche in Foren und Communities im Vordergrund. Was interessiert die Leute an einem Reiseziel und welche Fragen stellen sie sich bei der Urlaubsplanung? Hier kann ich das W-Fragen Tool von Kai Spriestersbach empfehlen, das einen guten Ersteindruck darüber verschafft, welche Fragen zum Thema sich User stellen.

Ein Blick in die Top10 darf natürlich auch nicht fehlen. Wie gestalten die Wettbewerber ihre Seiten und wie kann ich meine besser machen? Anhand der Erkenntnisse erstelle ich gemeinsam mit den Redakteuren einen Redaktionsplan.

Mögliche Linkquellen lassen sich bereits bei der anfänglichen Recherche identifizieren. Es gibt keine vernünftige Sammlung bekannter Kiteschulen im Reisegebiet? Das lässt sich ändern 🙂

heikoWir prüfen zunächst die Seite auf OnPage Baustellen und erstellen eine Analyse der Seite.

Dann sehen wir, wo der Schuh drückt und erstellen einen Fahrplan für die Behebung.

Danach folgt die Erstellung eines Redaktionsfahrplans für den Aufbau von Inhalten.

boernIch arbeite gern mit kostenlosen Inhalten wie White Papers, Checklisten oder eBooks. Diese biete ich dann gegen Download an und baue einen E-Mail Verteiler auf, der ständig gepflegt und mit neuen Inhalten bespielt wird. Nach und nach werden dann genau dort Inhalte gestreut, die man sich nur auf der Website ansehen kann. So entsteht dort Traffic. Dazu kommen der Aufbau einer Facebook Page und die Produktion von Gastartikeln. Auch der „Einkauf“ in die E-Mail Listen Dritter ist sehr lukrativ und sorgt für einen schönen Schub bei den eigenen Abonnentenzahlen – wenn man die richtigen Freebies hat!

Wenn Du die letzten 5 Jahre Revue passieren lässt: Was hat sich im Bereich SEO / OM für Dich und Deine Arbeit geändert?

 

felixFrüher war es mehr Tricks und Abkürzungen. Google austricksen. Heute ist SEO und OM „echte“ Arbeit geworden. Man ist eher danach bestrebt, echte Werte zu schaffen. Man schaut mehr auf das große Ganze. Das finde ich äußerst positiv.
martinHui, irre viel – und gleichzeitig sehr wenig. Früher ging es wirklich oft um die Frage, wie man möglichst einfach Google Rankings gewinnen und verbessern kann. Es gab zahllose Tricks, die jeweils eine Zeit lang gut funktionierten. Das lag auch daran, dass die Google-Rankingfaktoren im Grunde relativ einfach durchschaubar waren. Die Klaviartur der Ranking-Tricks war eher klein. Inzwischen ist das kaum noch möglich – es gibt sehr viele Abhängigkeiten und scheinbare Sonderfälle, die eine exakte „Ursachen-Folge-Analyse“ unmöglich machen. Daher bleibt tatsächlich nur der Weg, die bestmöglichen Inhalte für die anvisierte Zielgruppe zu finden und anzubieten. Insofern hat sich eigentlich bei mir persönlich gar nicht so viel geändert, weil ich diese Denke auch schon vor fünf Jahren hatte.
sebastianMan muss schon mehr beachten. Und mit mehr Aufwand an eine Sache rangehen.
torstenDie wesentliche Veränderung ist sicherlich, dass es nicht mehr ausreichend ist, Best Practices umzusetzen und den aktuellen Trends hinterher zu hecheln. Damit ist man vor fünf Jahren noch relativ weit gekommen. Die Märkte sind enger geworden, das Maß an Professionalität ist gestiegen und die Herausforderungen an Kreativität und Performance sind gewachsen. Das, was früher SEO-Einzelkämpfer erreichen konnten, ist heute oft nur mit einem interdisziplinären Team von Spezialisten in Kombination mit breit aufgestellten Generalisten, die das „Big Picture“ verstehen, machbar.

nicolasUiii, also in den letzten 5 Jahren ist wirklich sehr viel passiert. Vor 5 Jahren gab es einen riesigen Markt für Kauf- und Mietlinks, den google dann Ende 2012 fast gänzlich zerstört hat. Den Anfang haben die „blauen Briefe“ in den WebmasterTools (heute SearchConsole) gemacht, später hat google dann in Form von Matt Cutts ganze Linknetzwerke öffentlich auffliegen lassen.

Das hat den Markt schon sehr radikal verändert. Vor allem kleinere selbsternannte „SEO-Agenturen“, die im Prinzip nur reine Linkvermittler waren, sind damals plötzlich verschwunden. Dazu kamen dann diverse Tiernamen-Updates wie Pinguin & Panda, die dann zusätzlich nicht nur Links sondern auch Contentqualität und Werbemittelnutzung algorithmisch bewertet haben, um entsprechende Seiten abzuwerten. Das hat für meine Arbeitsweise allerdings nicht viel verändert: zusammengefasst würde ich sagen, ich arbeite noch nachhaltiger ohne Tricks und doppelten Boden. Auch wenn das viel schwerer zu verkaufen ist, weil es einfach mehr Aufwand und damit mehr Kosten verursacht.

sebastianMeine Agentur ist gewachsen und ich bin mittlerweile mehr Geschäftsführer und weniger fachlich involviert. Auch die Notwendigkeit, ganzzeitlich im Online-Marketing strategisch zu beraten ist definitiv gestiegen.
stephanSEO und im speziellen das Linkbuilding ist deutlich zeitintensiver geworden. Ich denke auch, dass die letzten großen Google Updates für mehr Qualität gesorgt haben. Nicht nur in den Suchergebnissen, sondern auch in der Arbeitsweise vieler Suchmaschinenoptimierer.
heikoDie Anforderungen an die Analyse, Technik und Inhalte werden stetig höher und das ist gut so. Bei vielen Projekten ziehen wir für Spezialfälle Experten hinzu, die wir vor ein paar Jahren noch nicht benötigt haben.

boernAlles, weil viele Methoden von vor 5 Jahren speziell im Bereich SEO nicht mehr funktionieren. Link Building ist viel komplexer geworden und unterscheidet sich komplett von dem, was es vor 5 Jahren war. Auch Facebook Marketing hat sich stark gewandelt, sogar Twitter ist anders geworden. Instagram und Snapchat, aber auch Pinterest und WhatsApp waren damals noch gar nicht relevant oder gegründet. Content Marketing hat sich nicht sehr verändert… die besten Inhalte haben damals schon gewonnen und sie gewinnen auch heute noch. Auch E-Mail Marketing hat sich nicht sehr stark gewandelt und ist heute immer noch genau so mächtig wie damals – wenn auch nach wie vor stark unterschätzt und oft einfach schlecht angewendet.

Welche Eigenschaften muss eine sehr gute Webseite Deiner Meinung nach haben?

 

felixSehr gute Usererfahrung. Dazu gehören intensive, begeisternde Inhalte, ansprechendes Design, Fehlerfreiheit, guter Speed. Dazu gute Sharebarkeit und je nach Ziel intelligente Einbindung von Sale-/Lead- oder ähnlichen Elementen.

martinDas kommt auf das Thema und die Zielgruppe an. Für die meisten gilt wohl:

  • Gute Sprache, die die Zielgruppe versteht.
  • Informative Grafiken, die das Gesagte veranschaulichen.
  • Klare Navigationsstrukturen, die zur Konversion und zum Weiterklicken einladen.
  • Gute Vernetzung der Inhalte untereinander
sebastianEine Verdammt geile UX und schnelle Server. Ich hasse es zu warten.
torstenEine sehr gute Website bietet ein bedarfsgerechtes Angebot an resonanzfähigen Inhalten, die findbar, rezipierbar, wertig und referenzierbar sind. Sie orientiert sich bedingungslos am Menschen und seinen Bedürfnissen und verbessert sich stetig und nachhaltig, durch Hinterfragen, Messen und Testen, um eine möglichst reibungsarme Interaktion mit ihren Inhalten und Elementen zu ermöglichen.

nicolas„Sehr gut“ ist eine Webseite dann, wenn das Zusammenspiel verschiedenster Faktoren stimmt. Angefangen von schnellen Ladezeiten, angenehmes Farbklima, übersichtliche Navigationen, ansprechende und unterhaltsame Inhalte und je nach Suchintention vielleicht auch gute Preise. Ich kann die Frage, um ehrlich zu sein, gar nicht so konkret beantworten, weil das alles sehr tagesform- und themenabhängig ist.

Wenn ich z.B. einfach nur „rumsurfe“ und Zeit habe, ist mir die Ladezeit nicht ganz so wichtig, wie wenn ich gerade in letzter Minute online einen Flug buchen sollte. Ähnliches gilt für Inhalte: wenn ich Informationen wirklich schnell benötige, dann wäre ein TLDR; oder distillierte Inhalte in Form einer Infografik super. Wenn ich aber Zeit habe, dann lese ich gerne und viel. Und ich glaube genau das ist auch ein wichtiger Punkt für die Zukunft erfolgreicher Webseiten im Netz: dynamische Inhalte erzeugen, die sich meiner aktuellen Situation anpassen.

sebastianSie muss problemorientiert auf den Nutzer zugeschnitten sein.
stephanSie muss begeistern, in welcher Form auch immer.

heikoSicherheit des Systems

Geschwindigkeit

Inhalte, die gern konsumiert werden und die ein Thema umfassend abdecken.

boernSie muss schnell zu erfassen sein und ich muss sie als User ohne Probleme bedienen können. Sie muss bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mir ein gedankliches „Wow!“ oder zumindest „Das ist nützlich!“ entlocken. Sie muss meine Fragen beantworten und vor allem in der Lage sein, ein Problem lösen zu können. Eine sehr gute Website sorgt immer dafür, dass ich schlauer bin als vorher: Ich habe also ein konkretes Problem und suche nach einer Lösung. Wenn die Website mir diese Lösung bieten kann, dann ist es in meinen Augen eine „sehr gute Website“.

Was war für Dich in den letzten 2 Jahren die gravierendste Änderung im Google Algorithmus?

 

felixDie beiden gravierendesten Änderungen, Panda und Pinguin, sind ja schon ein paar Jahre her. Die nachfolgenden Änderungen haben sich m.E. nicht mehr so gravierend auf „normale“ Websites ausgewirkt. Die immer stärkere Bedeutung von Semantik, z.B. durch Hummingbird, dürfte auch eine große Rolle gespielt haben. Persönlich finde ich es aber klasse, dass Google endlich den ollen PageRank zu Grabe trägt.
martinAllgemein: Penguin-Upate.
Für mich und meine Projekte: Brain-Rank-Einführung (Phantom-Updates)
sebastianIch denke Google hat mit den beiden Tieren einen guten Schritt gemacht. Zwar erlaubt es immer noch etwas zu tricksen, aber im großen und ganzen passt es schon. Gerade bei dem kleinen Bären sollte Google allerdings noch „strenger“ werden. Jeder der mal nach einer neuen Waschmaschine gesucht hat, wird mich verstehen.
torstenEindeutig die Einführung von Google Rank Brain. Ich denke, dass Technologien wie Artificial Intelligence, Natural Language Processing, Deep Learning etc. relativ kurzfristig zum Game Changer für das Thema SEO bzw. OM erwachsen werden. Die Komplexität in Googles Systemen wird schon bald so hoch sein (oder ist sie das vielleicht schon?), dass man mit dem klassischen SEO-Trial-and-Error-System und Best Practices alleine nicht mehr weit kommen wird. Wer in seiner Strategie nicht jetzt schon die Themen SEO und UX eng miteinander verknüpft und sich ausschließlich auf das Dechiffrieren von technischen Rankingfaktoren verlässt, wird relativ bald aus dem Spiel sein.
sebastianEigentlich nicht viel, davor Pinguin und Panda.
stephanDie gravierendste Änderung der letzten Jahre fand oder findet meiner Meinung nach nicht am Algorithmus und dessen Wertung von Seiten statt. Der Weg von der Such- zur Findmaschine schreitet immer weiter voran. Die Verdrängung der organischen Suchergebnisse durch Ads, regionale Ergebnisse, Knowledge Boxen, aber vor allem durch Googles eigene Inhalte nimmt immer weiter zu. Auch wenn es aktuell zum Teil nur Tests sind
heikoGoogle – und andere Suchmaschinen – verbieten ein aktives Linkbuilding. Gut ist, dass platter Linkspam immer besser erkannt wird und die Pinguin Updates weiter den Müll aussieben.

boernSchon etwas länger als 2 Jahre her, aber der Pinguin war meiner Ansicht nach in der relativ schnellen Folge zum Panda die mit Abstand wichtigste Änderung im Google Algorithmus. Nur der Pinguin hat maßgeblich dazu beigetragen, dass viele dubiose Linkverkäufer endgültig aus dem Business gekegelt wurden. Das hat den Suchergebnissen von Google sehr gut getan und die Qualität des Produktes Google an sich stark verbessert. Andere Änderungen waren auch wichtig, aber ohne den Pinguin (und auch den Panda) wäre Google heute nicht so erfolgreich, wie es jetzt tatsächlich ist.

Funktionieren die schnellen SEO Methoden noch? Gibt es alte Methoden, die durch neue 2.0 Versionen abgelöst wurden?

 

felixVieles funktioniert noch, aber häufig nur kurzfristig. Google kämpft mit harten Bandagen. Ich habe einige Seiten gesehen, die im Nu deindexiert waren, obwohl die Methoden vorher jahrelang gut funktioniert haben. Und andere ranken immer noch sehr gut, obwohl sie eindeutig „bescheißen“.

Abgelöst wurden eindeutig fast alle alten Linkbuilding-Methoden. Webkataloge, Social Bookmarks, Artikelverzeichnisse etc spielen keine Rolle mehr – zum Glück

martinNein, die schnellen Methoden funktionieren für einfache Websites nicht mehr. Ausnahme sind die großen News-Portale. Alles, was mit Geschwindigkeit zu tun hat, wird von ihnen beherrscht. Ansonsten ist Seo viel, viel langsamer geworden …
sebastianHier sollte der Leser auf Antwort 9 von Nico springen 😉

torstenMit „schnellen SEO Methoden“ assoziiere ich in erster Linie Black Hat Methoden. Und ja, die funktionieren fast alle noch. Linknetzwerke, Linkspam, Indexspam mit Millionen Unterseiten, Simulieren von menschlichem Verhalten auf den SERPs, Parasite Hosting. Geht alles noch. Macht es Sinn? Nein.

Abgesehen davon, dass die Aufwände enorm gestiegen sind, während die Halbwertszeit von solchen Projekten deutlich gesunken ist, so dass es sich wahrscheinlich vornehmlich für Viagra-Verchecker und andere halbseidene bis kriminelle Akteure rentiert so zu arbeiten, baut man mit „schnellen“ SEO-Methoden in der Regel einfach keine nachhaltig einträglichen Businessmodelle, die Spaß machen und auf die man stolz sein kann.

nicolasJaein, es gibt tatsächlich viele Methoden, die nach wie vor funktionieren und die wir auf eigenen Testprojekten auch laufend analysieren. Die sind aber in der Regel nicht mehr nachhaltig. Es kommt dabei aber immer auch auf die Nische und den Markt an, In manchen anderen Ländern funktionieren ältere Methoden z.B. noch sehr gut. Aktuell kann man zusammenfassen: Stell den User in das Zentrum Deiner Webseite und Deines Contents, dann hast Du einen großen Teil der Arbeit nachhaltig gemacht!
sebastianWieso schnelle Methoden? SEO hat vor allem in Kombination verschiedener Methoden funktioniert – damals wie heute. Schnell ist heute meiner Meinung nach im SEO gar nichts mehr. SEO ist ein nachhaltiger, mittel- bis langfristiger Kanal im Vergleich zu SEA zum Beispiel. Abgelöst wurde das alte Linkbuilding oder die Art, wie man „SEO-Texte“ schrieb.
stephanViele der schnellen Methoden funktionieren auch noch heute, allerdings meist nicht nachhaltig. Dass Google auch händisch durch Quality Rater prüfen lässt, zeigt ja, dass nicht alle Formen der „Manipulation“ durch den Algorithmus erkannt werden können. Eine alte Methode, die sich auch heute noch bewährt, ist zum Beispiel das Broken Linkbuilding.
heikoGoogelt schnelle SEO Methoden + fiverr…
Wer bei den SEO Contests mitmacht, sieht deutlich, dass alte Methoden (Links kaufen) weiterhin kurzfristig für sehr gute Platzierungen sorgen. Wir schlafen lieber ruhig und setzen auf mittel- bis langfristige Optimierung. Sollte es aktionsbedingt schneller gehen müssen, setzen wir Google AdWords oder andere Kanäle je nach Kundenziel ein.
boernDie „schnellen SEO Methoden“ haben noch nie funktioniert – sonst wären sie ja nicht ausgestorben. Sicher, in sehr kleinen Nischen zu einem wenig populären Thema ist es auch heute noch möglich, mit antiquierten Methoden ein bisschen „Google Fame“ zu holen… aber das sind Ausnahmen. Eine neue Untersuchung hat zum Beispiel erst neulich herausgefunden, dass es immer noch Social Bookmarks gibt. Doch selbst Websites, die hochwertigen Content haben, können nicht profitieren, wenn sie Links aus solchen Quellen bekommen (oder sich holen). Das zeigt doch eindeutig, dass diese Methode nicht mehr funktioniert. Und das war so eine schnelle SEO Methode.

Welche SEO Tools sind für Dich unverzichtbar?

 

felixIch nutze sehr gern XOVI, Onpage.org und einige andere. In meiner Liste https://felixbeilharz.de/kostenlose-seo-tools/ habe ich über 25 Tools zusammengestellt, die mir und einigen Kollegen sehr weiterhelfen.

martinGoogle Analytics und die SearchConsole

Ein Tool, mit dem man die Rankings der eigenen Projekte und der Wettbewerber überwacht, ist ebenfalls hilfreich (Sistrix, Serachmetrics, Xovi, Seolytics, etc.). Da ich kein Linkbuilding betreibe, brauche ich in diesem Bereich kein Tool. Für Leute mit wenig Schreiberfahrung können WDF*IDF Tools sinnvoll sein. Und wer im Onpage-Bereich noch nicht so viel Erfahrung hat, kann sich von entsprechenden Onpage-Tools inspirieren lassen.

Das wichtigste Tool für Seo ist aber die Google-Suche an sich. Denn aus der Analyse der Suchergebnisse lässt sich sehr viel erschließen.

sebastianDas hat sich recht stark gewandelt in diesem Jahr. Der Serplorer von Sebastian Erlhofer ist phenomenal und ermöglichkeit einfach ein viel schnelleres und effizienteren Arbeiten. Ebenso die metrics tools vom Andreas Müller. Die sind in Sachen Usability einfach nur grandios. Vor allem sind beide Tools mit einem sehr vernünftigen Preis versehen, so dass auch jeder kleine OM Verantwortliche von einem KMU tolle Insights bekommen kann, für wenig Geld.

torstenDie Frage nach den Tools stellt sich mir mittlerweile nicht mehr so stark. Wichtiger finde ich, dass man den Umgang mit Rohdaten beherrscht und stetig verbessert. Der Fokus sollte hier zunächst auf (uniquen) Daten liegen, die man selbst generieren kann. Unter Hinblick auf die Verknüpfung von Ranking und UX liegt großes Potential darin User-Metriken und zB Onpage-Metriken miteinander zu verknüpfen. Daten, die man nicht sinnvoll selbst generieren kann, kauft man ein.

Vorzugsweise hält man alle relevanten Daten in einem eigenen System vor – zB einer geeigneten Datenbank in Verbindung mit Software wie zB MS Power BI / Power Query – um sie dynamisch nutzen zu können. Die üblichen Tools liefern gute und schnelle Einsichten aus der Vogelperspektive, verhelfen aber oft nicht zu einem Wettbewerbsvorteil, da jeder Konkurrent mit den gleichen Tools, Daten und Methoden arbeiten kann. Hier gilt: Wer das macht, was alle machen, der kriegt das, was alle kriegen.

nicolasWir nutzen neben vielen eigenen Tools, die im letzten Jahrzehnt unser Arbeit entstanden sind auch diverse andere Anbieter, vor allem deshalb um Daten doppelt zu validieren. Aktuell nutzen wir z.B. SISTRIX, neuerdings auch regelmäßig die metrics.tools, aber auch andere Anbieter wie die Linkresearchtools, Similarweb, Buzzsumo etc.. Je nachdem, welche Daten wir gerade brauchen und welche Arbeiten zu erledigen sind.
sebastianSistrix & serplorer
stephanIch persönlich setze auf die Linkresearchtools, Sistrix, Xenu, Screaming Frog, das W-Fragen-Tool und jede Menge Brain 2.0.

heikoGoogle Search Console

Google Analytics

onpage.org

karlsCORE

Sistrix Smart

metrics.tools

boernDie üblichen Verdächtigen, wobei ich Searchmetrics bevorzuge – dort gibt es meiner Ansicht nach die meisten und exaktesten Daten. Anbieter wie Xovi oder ahrefs sind aus meiner Sicht aber ebenfalls empfehlenswert. Wobei ich persönlich nicht nur auf die Zahlen schaue. Es gibt immer wieder Beispiele, wo der Sichtbarkeitsindex sinkt und der Traffic bleibt gleich – oder steigt sogar. Dann gibt es auch das Gegenszenario: Der Sichtbarkeitsindex steigt, doch der Traffic sinkt. Das Ziel jedes Webmasters muss es sein, immer mehr Traffic zu generieren. Dafür gibt es viele Quellen und SEO ist nur eine davon. SEO ist eine mächtige Quelle, keine Frage – aber eben nicht die einzige Quelle. Besonders Facebook sollte als Quelle nicht vernachlässigt werden.

Welche Bedeutung haben Ads für Dich?

 

felixJe nach Thema eine hohe Bedeutung. Facebook Ads, AdWords, aber auch YouTube und sogar Twitter-Ads können, richtig eingesetzt, hervorragend funktionieren und sind gut zu kontrollieren.
martinIch verdiene dran, sonst keine.
sebastianAds werden gerade im Google Umfeld noch wichtiger werden, das zeigen einfach die Änderungen der letzten Woche. Im Telko Bereich sind die Ads ein sehr wichtiger Vertriebskanal, aber auch ein sehr teurer.

torstenDas klassische Bannermarkting bzw Interruption Marketing hat aus meiner Perspektive, so wie es derzeit von den großen Vermarktern betrieben wird, keine Zukunft mehr. Die Menschen wollen das einfach nicht mehr und die Werbewirksamkeit von Display Advertising ist ja auch schon recht dramatisch gesunken. Ich sehe hier aber durchaus Potential zur Weiterentwicklung in eine Richtung, die deutlich stärker auf Menschen und ihre Bedürfnisse eingeht.

Eine Komponente ist sicherlich technischer Natur – Tracking, Targeting, Personalisierung, da gibt es ja bereits spannende Entwicklungen, die andere Komponente, nämlich das Selbstverständnis und das Handeln von Werbetreibenden, Agenturen und Vermarktern stellt hier sicher das schwerwiegendere Problem dar.
Für mich sind von daher aktuell primär Ads in sozialen Netzwerken oder zB Adwords relevant, die es erlauben selbst relativ stark in die Steuerung einzugreifen und die Performance zu beeinflussen.

nicolasAuch eine sehr offene Frage… Es gibt ja zahlreiche Ad-Formate, die jede für sich Sinn machen können. Wenn ich für mein jeweiliges Ziel ROI-positive Ads einkaufen kann, dann tue ich das natürlich. Es muss sich aber rechnen! Es gibt Trafficquellen, die liefern guten Traffic für einen guten Preis, aber leider auch ganz viele Anbieter, die recht kostenintensiv sind und eher schlechte Qualität liefern. Grundsätzlich testen wir auch hier sehr viel und messen die Erfolge aber immer wirklich auch im Detail durch, um die Rentabilität zu sehen. Und nicht immer ist es die Qualität des Traffics, die Ads gut oder schlecht machen, manchmal muss man auch an den eigenen Inhalten schrauben, damit der eingekaufte Besucherstrom Conversions hinterlässt.
sebastianSehr wichtig im Inbound-Kanalmix. Gekauftem Traffic stehe ich professionell gegenüber.
stephanDa es nicht wirklich meine Abteilung ist, spielen Ads nur eine untergeordnete Rolle für meine Arbeit. Ich finde jedoch das Thema Native Advertising gerade in Bezug auf Content Marketing sehr spannend und kann da jedem nur ein Gespräch mit Coskun und Cevahir von der Seeding Alliance empfehlen.
heikoEin Großteil unserer Agenturarbeit umfasst tatsächlich das Google AdWords Programm. Als Ergänzung im Online-Marketing, zum Test für Kampagnen, als kurzfristige Umsetzung von Werbeaktionen hat Thema eine große Bedeutung. Außerdem nutzen wir die AdWords Erkenntnisse zum Beispiel für die Gestaltung der Meta Descriptions.

boernWenn du von Facebook Ads sprichst, dann eine sehr große. Die Gründe habe ich weiter oben schon ausführlich dargelegt. Ich bin aber auch ein Fan von AdWords. Generell gefällt mir jede Werbeform, die auf meine persönlichen Vorlieben eingeht – und mir nicht nur „irgendwas“ zeigt. Klar, dazu braucht die Werbeform Daten von mir, sonst geht es nicht. Aus diesem Grund kann es für mich nur Facebook Ads oder AdWords geben – und jede andere Werbeform, die sich wie gesagt „Gedanken macht“, was für mich das richtige Thema ist…

Erst kamen die Preisvergleichsportale. Nach den Preisvergleichsportalen kamen die Gutscheinportale. Was ist 2016 State of the Art?

 

felixWahrscheinlich sowas wie “Ultra-Blogger-Influencer-Outreach-Plattformen” oder irgend ein Native Advertising Kram. Oft einfach alter Wein in neuen Schläuchen. So wie jeder SEO jetzt Content Marketing macht, aber meist einfach nur Text einkauft und Blogger anschreibt und um Links bettelt 😉

martinRatgeberportale … hast Du vergessen 🙂 Die gibt es auch schon länger. Der Trick mit dem Glossar ist doch inzwischen auch schon ein alter Hut, oder?

Ansonsten: keine Ahnung, ich analysiere nicht im Sinne von “State of the Art” – ich gehe stets davon aus, dass ich “State of the Art” bin.

sebastianWenn wir uns das gespamme in den Facebook Gruppen anschauen, muss das der absolute Shit sein um schnell reich zu werden. Ehrlich!
torstenPreisvergleichportale haben ja durchaus eine Daseinberechtigung und es gibt auch viele preisbewusste Konsumenten, denen ein Gutscheinportal wichtig ist. Beide Modelle verfolgen in erster Linie Skalierungsansätze. Mehr Produkte, mehr Rankings. Als Konsument würde ich mir wünschen, nicht nur über den Preis vergleichen zu können, sondern stärker personalisierte Empfehlungen zu bekommen, die auch meine Vorlieben bei Zahlungsmethoden, Liefermodalitäten, Garantien, Kundenservice usw. berücksichtigen. Also nicht unbedingt nur den absolut niedrigsten Preis zu finden, sondern den für mich geeignetsten Händler. Da haben die genannten Segmente sicherlich noch viel Potential.
nicolasIch denke das hat beides nach wie vor seine Daseinsberechtigung, den User wollen zum einen Preise vergleichen, aber zum anderen auch rabattiert einkaufen. Die Preisvergleicher haben bis vor kurzem natürlich noch den Großteil des Traffics über die organischen Treffer bei google bekommen, sind aber seit Monaten allesamt in Sachen Sichtbarkeit auf dem absteigenden Ast. Ob es da jetzt 2016 was komplett Neues geben wird, kann ich aktuell gar nicht wirklich beantworten.
sebastianIn dem Bereich kenne ich mich leider nicht genug aus, um eine qualifizierte Voraussage zu treffen.
stephanDas sind dann wohl die Testportale, die überall aus dem Boden und in den Index schießen. Den meisten davon kann ich nichts abgewinnen, einige sind aber wirklich gut gemacht und verdienen sich auch ihren Platz in den Top10. Der Großteil besteht jedoch aus billigen Börsentexten oder sogar komplett gescrapten Amazon-Produktbeschreibungen. Dazu ein Preisvergleich-Plugin und Feuer frei. Aktuell verzeichnen einige Kollegen auch schon Einbrüche bei Amazon-Projekten. Vielleicht deutet sich da schon das baldige Ende dieses Trends an.
heikoAffiliateprojekte werden komplexer und das ist gut so. In diesem Bereich tümmeln wir uns eher weniger.

boernWahrscheinlich die mobilen Datingportale. Tinder soll da ja groß in Mode sein, hab ich gehört. Ich beschäftige mich damit nicht, weil ich nicht mehr auf der Suche bin. Aber die mobilen Datingportale, die könnten es wohl sein…

Wie sieht hochwertiger Content für Dich aus?

 

felixEr löst ein Problem oder spricht ein tiefes Bedürfnis an. Er ist so gut, dass ich ihn ausdrucken (Text), immer wieder ansehen (Video) oder anhören (Audio) will, mit meinen Freunden teilen etc. Ich habe ein paar Mal E-mails bekommen von Leuten, die einen Artikel oder eine Checkliste im Unternehmen rumgeschickt oder an Studenten verteilt haben. Dann weiß ich: Das war wohl recht gut.

Guter Content tut aber vor allem eins: Er erreicht sein Ziel. Denn Content um des Contents Willen bringt nichts. Wenn die Zielperson hinterher aber meine Marke positiver in Erinnerung hat, mich weiterempfiehlt oder sogar etwas kauft, dann war der Content hochwertig und erfolgreich.

martinSiehe Frage 8!

sebastian

Hochwertiger Content kann vieles sein. Wir haben mitte Dezember eine Starwars-Aktion, wir nannten es Sparwars, gestartet. Die war recht erfolgreich und somit war diese Aktion rückblickend wirklich hochwertig.

Hochwertiger Content kann aber auch bei Facebook mit Videos stattfinden, für meine Bedürfnisse sind die Videos von https://www.facebook.com/NationalHockeyLeagueVines/?fref=ts sehr hochwertig. Ich interessiere mich für den Sport Eishockey und besonders für die NHL. Aber noch mehr für geile Moves und harte Hits. Da sind diese Videos genau das, was ich in meiner Timeline haben möchte.

Hochwertiger Content kann aber auch offline statt finden. Ich war z.b vor einigen Wochen bei einem Tasting von rum-tasting.de und wurde da richtig richtig richtig! gut unterhalten und informiert. Das war wirklich sehr hochwertig. Wie man sieht, heißt guter Content eigentlich vieles, er muss aber auf die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst sein.

nicolasHochwertiger Content hilft dem User dabei, sein aktuelles Bedürfnis zu stillen. Das können Informationsbedürfnisse, aber auch Vergleiche oder Shoppingwünsche sein. Informational, navigational und transactional. Guter Content ist zielführend, dabei ist es eigentlich unwichtig, wie umfangreich guter Content in diesem Moment ist. Problem bisher im Netz: es gibt i.d.R. eine Landingpage zu einem bestimmten Keyword auf dem der Traffic ankommt. Der traffic besteht aber aus sehr vielen unterschiedlichen Nutzern.

Genderisiert (also männlich oder weiblich), mit verschiedenen Einkommen, Ansichten, detaillierten individuellen Problemstellungen, Wünschen, Vorkenntnissen, Alter, unterscheidet sich jeder Besucher eines konkreten Angebots immer vom anderen. Eine (nicht dynamische) Landingpage zu haben bedeutet also auch immer, so durchschnittlich wie möglich sein zu müssen, um immer „irgendwie alle“ auf einmal bestmöglich anzusprechen. In Zukunft wird hochwertiger Content sehr dynamisch werden, weil man damit die Conversionrate extrem noch oben schrauben kann.

sebastianSo: https://www.titanic-magazin.de/
stephanHochwertiger Content kann verschiedene Formen haben. Oftmals verbindet man Content oder Content Marketing ja ausschließlich mit Textinhalten. Das ist natürlich nicht richtig. Ein cooles Video, eine schicke Grafik oder eine gut sortierte Linksammlung können genau so hochwertiger Content sein. Content wird hochwertig, wenn er dem User einen Nutzen vermittelt. Ob das die Antwort auf eine Frage oder einfach das millionste Katzenvideo ist, hängt von der Intention des Users ab.

heikoIch liebe Bücher und die Llektüre von Fachzeitschriften im Zug. Guter Content kommt am besten gedruckt auf Papier…

Hochwertig ist der Content dann, wenn er die gewünschten Ergebnisse für den Suchenden bietet. Ob sich der Inhalt als Video, Text, Bild, Infografik, Suchfilter, App, Download oder was auch immer darstellt, ist nachrangig.

boernDas hab ich schon in Frage 8 beantwortet. Weil eine gute Website zwangsläufig aus gutem Content bestehen muss, muss ich hier identisch antworten. Als Hinweis vielleicht nur zur Anmerkung: Content muss nicht immer ein geschriebener Artikel sein!

torsten

Hochwertiger Content interessiert mich nicht. Ich glaube, das hochwertig einfach nicht mehr ausreichend ist. Wenn man Inhalte erstellt, dann sollte man das mit dem Anspruch tun, den bestmöglichen Inhalt, der zu einem Thema überhaupt nur möglich ist, zu erstellen. Alles andere ist Zeitverschwendung und Internetverstopfung.

Der bestmögliche Inhalt beleuchtet alle relevanten Facetten eines Themas und erlaubt dem Rezipienten durch Struktur, Sprache und didaktische Aufbereitung sich seinem Bedürfnis entsprechend zu informieren. Inhalte, die Ziele verfolgen, die über ein reines Informieren hinausgehen, sollten emotional involvieren, Neugierde wecken, dazu verleiten sich eingehender mit einem Thema zu beschäftigen und sich kommunikativ zu engagieren.

Welche Social Media Kanäle sind für Dich unverzichtbar?

 

felixFacebook – Dreh- und Angelpunkt meiner beruflichen und privaten Online-Tätigkeit.

Ansonsten auf jeden Fall YouTube und Twitter. XING und LinkedIn mit Einschränkung. WhatsApp, sofern man das als Social Media definiert, auch.

Andere Kanäle wie Instagram, Snapchat, Pinterest etc. nutze ich zwar auch, könnte aber auch gut ohne leben.

Unverzichtbar heißt ja „Welcher Kanal würde eine spürbare Lücke hinterlassen, wenn er plötzlich wegfallen würde“. Auf schöne Bildchen (Instagram), verwackelte Handyfotos mit Smilie (Snapchat) oder die hunderste Erfolgs-Webinar-Einladung (XING) kann ich wohl verzichten. Ohne Facebook sähe ich aber ganz schön alt aus

martinUnverzichtbar ist nix. Was hilfreich sein kann, hängt vom Projekt und den eigenen Interessen / Ressourcen ab. Bei Facebook tummelt sich die Elterngeneration, bei Instagramm, Snapchat oder tumblr (?) die jungen Leute. Youtube ist für viele eine gute Option, allerdings nur, wenn man auch tatsächlich zielgruppenrelevante Videos erstellen kann. Twitter wird für mich immer nerviger, weil die Timeline mit Bildern verstopft ist.

sebastianFacebook, Twitter und Instagram.

Wobei Twitter für mich eine Art Newsfeed ist. Ähnlich wie Facebook. Wobei Facebook natürlich auch ein sehr wichtiger Vermarktungskanal ist, auch für meine privaten Projekte.

Und Instagram ist einfach klasse, in einigen Bereichen findet man echt tolle Bilder und Tipps, die man so gebündelt sonst nicht bekommt. Wobei ich Instagram z.b für ein Unternehmen wie Sparhandy.de gar nicht sehe. Denn eigentlich verkaufen wir nur einen Vertrag. Also eine unsexy SIMKarte. Das Telefon ist ja nur Mittel zum Zweck, und da machen die Hersteller wie Apple und Samsung einfach wesentlich geilere Jobs. Einfach weil sie die Mittel haben.

torstenFür mich persönlich ist das sicher Facebook. Für meine Arbeit sind alle Social Media Kanäle über die man relevante Zielgruppen erreichen und involvieren kann wichtig. Das ist sehr individuell und heterogen. Man sollte da nicht mit gesetzten Präferenzen dran gehen, sondern testen, was gut funktioniert.
nicolasDa gibt es einige: Facebook & Twitter nutze ich täglich und nicht nur privat. Sie sind zum einen Newsstream und zum anderen auch Kanäle, über die wir selber Inhalte im Netz verteilen können. Aber auch Instagram & Co. Sind aktuell sehr weit oben auf unserer Watchlist, weil sich dort sehr viel bewegt derzeit. Die Nutzerzahlen steigen signifikant und auch die möglichen Werbeformate dort werden stetig ausgebaut.
sebastianFacebook
stephanFacebook, Twitter, Youtube und Pinterest

heikoGesichtsbuch

Instagram

Twitter

boernIn Deutschland ist das eindeutig Facebook, weil es hier mit Abstand am meisten Reichweite abzugreifen gibt. Der Traffic, der sich via Facebook generieren lässt, ist teilweise schon sehr eindrucksvoll. In den kommenden Jahren wird das auch im Bereich B2B immer stärker sichtbar werden und dann wird Facebook noch relevanter. So viel mehr gibt es daneben nicht. Ich persönlich glaube, dass Snapchat eine wichtige Rolle in den kommenden Jahren spielen wird. Ich bin auch auf Instagram und Twitter aktiv, von dort kommen aber keine großen Trafficströme – aber weil ich dranbleiben will, muss ich mich damit beschäftigen und das tue ich auch gern.

Wie stark gewichtest Du Social Media im gesamten OM eines Unternehmens?

 

felixKommt auf das Unternehmen an, aber in vielen Fällen einer der wichtigsten Bereiche des Online-Marketing-Mixes. Sollte zentraler, integraler Bestandteil der Strategie sein. Die jeweilige Ausprägung ist dann natürlich sehr unterschiedlich.
martinBei mir sind es 23 Prozent, die Wichtigkeit, mein ich.
sebastianKommt auf das Unternehmen und die Branche an. Ich denke, wir sollten uns lösen von dieser Phrase, jeder muss bei Facebook etc. sein. Es ist bei vielen Unternehmen einfach nicht umsetzbar und sinnvoll.

torstenDas hängt vom Unternehmen, seinen Produkten und seinen Zielgruppen ab.
Im Zweifelsfall sollte man das einfach testen. Insbesondere in Segmenten die kaum Relevanz in der Öffentlichkeit haben, wie zB Industriezulieferer o.Ä. kann es knifflig sein, die richtige Strategie zum sinnvollen Einsatz von Social Media zu finden.

Manchmal findet man vielleicht auch einfach keinen funktionierenden Ansatz. Grundsätzlich hat Social Media aber in der Customer Journey, der Markenkommunikation und im Customer Service/CRM einen sehr hohen Stellenwert.

Ebenso leistet Social Media einen Beitrag zur Diversifizierung von Traffiquellen und kann so, insbesondere bei Unternehmen, die einen hohen Anteil Google Traffic haben, helfen Risiko zu mindern.
Dementsprechend sollten Unternehmen Wert darauf legen, dass sie in Social Media gut aufgestellt sind und dieses Fachgebiet Profis überlassen. Viele Reputationsschäden sind entstanden und viele Potentiale ungenutzt geblieben, weil „dieses Social“ nebenbei von Online-Redakteuren oder Praktikanten erledigt wird. Das kann nicht funktionieren.

nicolasDiese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es Unternehmen gibt, deren Zielgruppe sich prima darüber erreichen lässt, und andere Branchen, für die SocialMedia zumindest aktuell noch nicht sinnvoll ist. Nehmen wir als Beispiel das Thema „Kredite“: niemand teilt auf Facebook, wenn er einen Kredit aufgenommen hat. Man kann SocialMedia natürlich dazu nutzen, seine Angebote via Ads zu bewerben, aber auch hier haben zahlreiche Tests gezeigt, dass die Akzeptanz, Klickrate und vermutlich auch die Aufnahmefähigkeit für gewisse Angebote in SocialMedia-Netzwerken einfach anders ist. Um diese Frage wirklich beantworten zu können hilft manchmal einfach nur testen.
sebastianBei B2B-Unternehmen Richtung Null, bei B2C-Unternehmen mit mitteljunger Zielgruppe deutlich höher.
stephanDas kommt auf das Unternehmen an. Social Media kann Sprachrohr zu deinen Usern sein, ist aber bestimmt nicht in allen Branchen notwendig. Social Media kann vielfältig genutzt werden, nicht nur als Absatzkanal.
heikoDie alte Beraterantwort: Es kommt darauf an.

boernDer Einfluss wird immer wichtiger. Heute ist ein Unternehmen, dass nicht mindestens rudimentär im Bereich Social Media unterwegs ist, schlicht und ergreifend unsichtbar. In Zukunft wird es zudem immer mehr darauf ankommen, dass Unternehmen via Social Media (und hier vor allem via Facebook), Flagge zeigen und insbesondere beim Kundenservice eine gute Figur machen. Genau dahin will Facebook die Unternehmen nämlich pushen und wer schon heute schnell und vor allem hilfreich Anfragen von (potenziellen) Kunden auf seiner Facebook Page beantwortet, wird vom Facebook Algorithmus im News Feed der Fans bevorzugt.

Kann man Deiner Meinung nach mit reinem SEO in der heutigen Zeit noch Erfolg haben? Lässt sich diese Disziplin aus dem OM Umfeld lösen?

 

felixWas ist „reines SEO“? SEO, wie ich es definiere, ist heute eine Mischung aus Content-Erstellung, Technik, Webdesign, Usability, PR und Networking. All das (und natürlich noch viel mehr) wirkt sich auf SEO aus. Und ja, damit kann man Erfolg haben. Aber nein, eine einzelne Disziplin davon betrachten ist nicht mehr sinnvoll.
martinDa ist wieder die leidige Definitionsdiskussion: Kommt drauf an, wie man Seo definiert. Wenn man versteht, dass gute Inhalte, die den Besuchern gefallen, bei Google vorne ranken und somit zum Seo gehören, dann kann man mit „reinem“ Seo noch Erfolg haben. Aber: für viele geht diese Definition über das „klassische“ Seo vergangener Tage zu weit hinaus. Wer nur auf Onpage-Faktoren und Links schaut, wird keinen Blumentopf mehr gewinnen. Gleichwohl werden diese beiden Disziplinen natürlich noch gebraucht – im Rahmen einer übergeordneten Marketing-Strategie.

sebastianKommt auf das Projekt und die Branche an. Wenn ich nun ein neues Check24 ins Leben rufen möchte, werde ich mit „nur“ SEO nicht weit kommen, vor allem nicht wirklich schnell. Springen wir nun wieder zum schnell und hektisch reich werden und somit zu den Nischenseiten, kann man da sicherlich noch die eine oder andere Mark verdienen.

Sicherlich nicht mehr so schnell wie vor drei vier Jahren noch, aber es lüppt.
Ein Preis24 ist z.b damals noch recht schnell hochgekommen. Ebenso wie ein vergleich.org aber gerade bei dem blauen Schwein waren es nicht nur die SEO Skills, die das Unternehmen groß gemacht haben.

torstenNachhaltiger Erfolg erfordert meiner Meinung nach zunehmend stärker genau das Gegenteil davon. Holistische Marketingansätze, entwickelt von interdisziplinären Spezialistenteams in Zusammenarbeit mit Generalisten, die in der Lage sind, das „Big Picture“ zu verstehen und zu vermitteln und so den Spezialisten einen Rahmen für optimale Zusammenarbeit geben können, sind meines Erachtens deutlich schlagkräftiger als monothematische Ansätze eines reinen Spezialistenteams.

nicolasGegenfrage: was ist reines SEO überhaupt? Also mit nur ein bisschen OnPage-Optimierung und Linkbuilding wird man langfristig nicht mehr erfolgreich sein. Web-Analytics ist z.B. eine Disziplin, um die man aktuell nicht mehr herum kommt in Sachen SEO. Aufenthaltsdauer, Bounce-Rates, Klickpfade etc. sind definitiv wichtige KPIs, die erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ausmachen. Auch um das Thema SocialMedia kann man keinen Bogen mehr machen, wenn man erfolgreich optimieren möchte.

Aus Affiliate-Kampagnen kann man positive Synergieeffekte für SEO mitnehmen und TV kann sich auch positiv auswirken, sofern man es richtig macht. Und spätesten nach dem Vince Update sollte jedem SEO klar sein, dass klassische Markenbildung eine sehr wichtige Rolle spielt. SEO lässt sich meiner Meinung nach also in keinster Weise mehr als Einzeldisziplin sehen.

sebastianDefinitiv. Herauslösen lässt sich das nicht, es ist Teil des Inbound-Mixes und hat viele Synergien und Anknüpfungspunkte.
stephanAls Affiliate lässt sich mit reinem SEO bestimmt noch gut arbeiten und der eine oder andere Euro verdienen. Als Unternehmen sollte man das Thema Online Marketing jedoch ganzheitlich und SEO als Teildisziplin betrachten. Die einzelnen Kanäle sollten Hand in Hand arbeiten und bieten dazu ja auch tolle Optionen.
heikoWie wird hierbei Erfolg definiert? Reicht SEO im Marketing-Mix aus, um ein Unternehmen mit Gewinn zu betreiben? Natürlich! SEO umschließt in unserem Verständnis mehr als Technik. SEO ist das volle Programm: von der Idee bis zur Auslieferung.

boernDer Mix ist entscheidend. Für kleine Projekte ist einem sehr eng definierten thematischen Umfeld funktioniert SEO sicher noch als einzelne Disziplin ohne Verknüpfung zu anderen Instrumenten wie Social Media. Sobald es aber darum geht, signifikant mehr Reichweite zu erzeugen, geht es nur im Marketing Mix (und das war ja eigentlich immer schon so, auch in der „digitalen Steinzeit“ vor dem Internet).

Wo siehst Du OM, Social Media und Google in 10 Jahren? Was wird bleiben, was wird sich ändern?

 

felixDas ist sehr schwer vorherzusehen, weil die Entwicklungen ja exponentiell sind. Ich bin aber ziemlich sicher, dass wir andere Endgeräte nutzen werden. Ich persönlich habe eine Hassliebe zu meinem Handy. Es ist das beste Gerät, dass ich habe, aber das schlechteste, dass ich mir vorstellen kann. Mit Fingern auf einem Screen herumzutippen und zu swipen ist alles andere als nutzerfreundlich.

Ich sehe eine große Zukunft in Wearables verschiedenster Art. Dafür werden dann aber Web-Anwendungen und Marketing-Methoden komplett anders aussehen müssen.

Bleiben wird: Wer sich weiterbildet, mutig ist und kreativ bleibt, wird erfolgreich sein. Wer sich ausruht, ist schon abgehängt, bevor er es überhaupt merkt.

martinNatürlich wird es Google noch in 10 Jahren geben, aber vermutlich mit weniger Einfluss als heute. Der Grund ist einfach: die Leute werden weniger suchen. Die Wege zu Informationen im Internet sind zur Zeit noch sehr über die Suche kanalisiert, aber das wird offener werden. Schon heute suchen Kiddies kaum noch mit Google, sondern indem sie eine Frage bei Whatsapp stellen.

Die Inhalte werden auch 2026 noch auf Websites angeboten, aber die Art der Benutzung werden sich ändern. Nur diejenigen, die sich permanent und konsequent an die sich verändernden Standards und Bedürfnisse anpassen, werden auf Dauer in dem Bereich mitspielen. Wie das genau aussieht: keine Ahnung!

sebastianFinde es derzeit irgendwie interessanter, was Alphabet in 10 Jahren so alles auf die Beine gestellt hat. Ebenso wie Tesla dezent den Mark aufräumen wird. Im OM kann sich vieles von jetzt auf gleich ändern.

torstenMal abgesehen von Gemeinplätzen wie zunehmender Professionalisierung der Branche, Konsolidierung bestimmter Marktsegmente etc. halte ich eine Zehn-Jahres-Prognose für nicht möglich. Dafür ist die Dynamik in diesem System einfach zu groß.

Sinnvoll ist es daher in jedem Fall, sich so aufzustellen, dass Veränderungen, auch unerwartete und kurzfristige Veränderungen, einen nicht so ohne weiteres aus dem Rennen schießen können. Das gilt für alle Ebenen eines Businessmodells. Vom Technik-Layer bis in die Wertekommunikation der Marke. Karl Kratz bezeichnet das als „Transformationsfähigkeit“. Ich würde mich dazu hinreißen lassen, zu prognostizieren, dass wir in 10 Jahren nur noch sehr wenige Unternehmen sehen werden, die nicht in einem sehr hohen Maße transformationsfähig sind.

nicolasAlso OM wird es auch in 10 Jahren noch geben, nur wird es wieder andere Schwerpunkte haben und andere Disziplinen geben. SocialMedia wird sich ebenfalls stark verändern, aber im Grunde trotzdem das bleiben, was es aktuell ist: eine Möglichkeit für Menschen sich zu vernetzen, in Zeiten immer größer werdender Mobilität und daraus resultierender räumlicher Trennung. Und auch google wird es in 10 Jahren vermutlich noch geben, denn die Jungs haben sich ein riesiges Portfolio an mehr oder weniger sinnvollen Assets parat gelegt, die in Zukunft immer wichtiger werden. Selbstfahrende Autos, Heimautomatisierung, Glasfaser-Provider, Satelliten und Robotik, sind alles Zukunftsmärkte, die sicher noch einige Jahre Entwicklung brauchen.

Grundsätzlich wird sich aber das Suchverhalten ändern: Keywords in Suchschlitze tippen wird über kurz oder lang Geschichte sein, und das sicher schon vor Ablauf der nächsten 10 Jahre. Sprachsuche ist auf dem Vormarsch und auch die Devices bzw. Endgeräte werden sich ändern. Und damit werden sich auch Datenquellen verändern. Wir sehen das ja jetzt schon am Beispiel von SIRI, deren Ergebnisse nicht mehr von google, sondern von BING angeliefert werden. Amazon Echo ist auch so ein Beispiel für die Veränderungen, die gerade passieren und sich vielleicht erst in 10 Jahren wirklich weitläufig verbreitet haben. Es bleibt auf alle Fälle sehr spannend.

sebastianKeine Ahnung – 10 Jahre sind im Web so viel, dass man das meiner Meinung nach nicht seriös vorhersagen kann. Vor 10 Jahren hatten die Handys noch Tasten und waren klein und dick. Wer weiß, was in 10 Jahren in der Zukunft ist.
stephanIch denke, es erwarten uns viele technische Neuerungen, gerade in Bezug auf das Internet der Dinge.

Außerdem werden wir 2026 in fahrerlosen Autos zur Arbeit fahren, während wir mit Werbeeinspielern auf der Windschutzscheibe befeuert werden und genießen in den Pausen Massagen von Boston Dynamics Robotern. Mindestens!

heikoAuch in 10 Jahren werde ich weiterhin Konferenzen besuchen, um Kollegen zu treffen und hoffentlich weiterhin ein paar gedruckte Zeitschriften lesen dürfen.
boernGute Inhalte werden bleiben. Innovative Ideen werden bleiben und nützliche Dinge werden bleiben. Gleiches gilt auch für Entertainment und all die wirren Sachen, mit denen sich die Menschen gern die Zeit im Internet vertreiben. Durch das Thema „Virtual Reality“ wird sich die Games Branche ändern und Google wird durch Projekte wie „Boston Dynamics“ ganz neue Geschäftsbereiche erschließen (gut oder schlecht, das wird sich zeigen). Die Suche selbst wird vermutlich mehr durch Sprache getrieben und auch hier wird VR deutliche Spuren hinterlassen. Wer schon eine Oculus oder eine VR Gear getragen hat, wird mich verstehen. Grundsätzlich bleibt Marketing immer Marketing. Die Kanäle ändern sich, aber die fundamentalen Prinzipien, nach denen Marketing funktioniert, bleiben immer die gleichen. Es ist letztendlich wie in der Werbung. Ein guter Marketer versucht, auf den Kopf oder das Herz des Kunden zu zielen und die Brieftasche zu treffen.

Wir bedanken uns für die Beantwortung aller Fragen und hoffen, dass unsere Leser den einen oder anderen hilfreichen Tipp für sich gewinnen konnten. 😉