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Aktualität und Qualität als Rankingfaktoren 2016

Google versucht auch 2016 den Rankingfaktor „Qualität“ in den Fokus zu rücken. Die Inhalte einer Webseite sollen dem Besucher ein umfassendes und befriedigendes Ergebnis im Anschluss an die vorherige Suche bescheren. Dies funktioniert leider nicht immer, wie man an den zahlreichen sehr mies erstellten Blogs, Shops und anderen Webprojekten erkennen kann, die nach wie vor sehr gut ranken. Um das „Google Brain“ ein wenig zu testen, haben wir einige Webseiten erstellt, die sich mit unterschiedlichen Themen und somit mit unterschiedlich umkämpften Nischen beschäftigen. Die Erkenntnisse waren gemischter Natur.

Kontinuierlich frischer Content gibt neuen Seiten einen Schubser über die Kante

Neue Webseiten bekommen von Google eine Chance, sich erstmalig zu behaupten. Der sogenannte Newbee Bonus sorgt für relativ gute Rankings, die allerdings schneller wieder verschwinden, als sie gekommen sind. Um diesen Rankingstatus aufrecht zu halten, haben wir bei unseren Testseiten der Suchmaschine signalisiert, dass wir regelmäßig (täglich) neue Inhalte liefern, die entsprechende Informationen für den Leser bereithalten. Der Crawler darf also gerne öfter vorbeischauen.

Die Inhalte haben wir mit hochwertigen und einzigartigen Bildern, sowie Youtube Videos aufgearbeitet. Die Bilder wurden selbst von uns aufgenommen und von den Ladezeiten her optimiert. Die Youtube Videos haben wir einfach in den Quellcode der Seite eingebettet, was dafür sorgt, die Absprungrate zu verringern. Verlassen die Besucher die Webseite zu schnell, sieht Google dies als negativ an, da niemand die Antwort zu finden scheint, nach der er vorher bei Google gesucht hat.

Projekt 1: Thema E-Zigarette

Beim ersten Projekt handelt es sich um eine Webseite, die sich mit den Themen „Dampfen“ und „E-Zigaretten“ auseinandersetzt, aber auch über den eigentlichen Produkt-Tellerrand hinausblickt und zahlreiche Tipps zur Rechtslage gibt. Wo sind elektrische Zigaretten erlaubt? Wie stark dürfen Liquids sein? Usw. usf.

Das Projekt bekam von uns täglich 1 bis 2 neue Artikel. Die Verlinkung erfolgte organisch. Durch mehr oder weniger kontroverse Artikel und Satire-Posts konnten wir innerhalb kurzer Zeit einige Webmaster animieren, Backlinks zu setzen. Zusätzlich wurden einige der Texte mehrere Hundert Male auf Facebook geteilt, mit einem Google+ versehen und getweetet. Social Signals waren also ausreichend vorhanden.

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Das Projekt wurde zum Zeitpunkt der höchsten Sichtbarkeit im Juni 2015 verkauft. Seit dem Verkauf und der Übergabe der Seite auf den Server des neuen Inhabers wurden (warum auch immer) KEINE weiteren Artikel mehr gepostet. Die Seite ist auch nach 7 Monaten noch exakt im gleichen Zustand, wie bei der Übergabe. Am Verlauf der Sichtbarkeitskurve lässt sich erkennen, welche Auswirkungen dies auf die Rankings hat. Ein breites Linkfundament ist auf jeden Fall vorhanden, doch trotzdem verschwinden die Artikel nach und nach von den vorderen Positionen.

Projekt 2: Thema E-Zigarette

Wir wollten einen weiteren Test mit der gleichen Nische / Thematik durchführen. Hierzu haben wir eine weitere Domain registriert und ein ähnliches Projekt wie Nr. 1 aufgebaut. Auch hier bekam die Seite wieder jeden Tag 1 bis 2 neue Artikel. Das Linkbuilding funktionierte auch hier wieder ohne aktives Zutun. Foren, Blogs und sogar Shops haben auf die E-Zigaretten Seite verlinkt.

Wie bei Projekt 1 haben wir nach einer gewissen Zeit das Posten der Artikel eingestellt. Wie auf dem unteren Screenshot zu sehen, gab es eine prompte Reaktion von Google.

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Ab Dezember 2015 sind die Rankings rasant verschwunden. Die Sichtbarkeit ließ stark nach. Anfang Januar gab es also einen (EINZIGEN) frischen Artikel, der rasch indexiert wurde. Die Sichtbarkeit stieg daraufhin enorm an, um dann wieder auf das Tief abzusinken, welches sie Ende Dezember / Anfang Januar erreicht hatte. Aktueller und frischer Content bekommt einen Rankingbonus und zieht den Rest der Webseite mit nach oben. So weit die Vermutung.

Projekt 3: Thema E-Zigarette

Bei unserem dritten Projekt haben wir uns erneut auf die E-Zigarette konzentriert, um möglichst gut vergleichen zu können. Eine dritte Domain wurde registriert und wieder mit 1 bis 2 neuen Artikel pro Tag versorgt. Dieses Mal haben wir das Linkbuilding allerdings von Hand durchgeführt. Blogs, Foren, Ratgeberportale und was der Linkmix eben so hergab, wurden für Linkjuice herangezogen.

Zunächst stieg die Sichtbarkeit der Seite stark an. Auf dem unteren Screenshot erkennt man deutlich, dass recht schnell ein hohes Niveau erreicht und dann für 4 Wochen gehalten wurde. Bei diesem Projekt haben wir nicht gestoppt, aktuelle und hochwertige! Artikel zu posten.

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Scheinbar sorgte aber das händische Linkbuilding für eine Verschlechterung der Sichtbarkeit und somit der gesamten Rankings. Seit dem Sturz schafft die Seite es auch trotz weiterhin permanenter Aktualität nicht, die Sichtbarkeit wieder auf das anfängliche Niveau zu heben, bzw. darüber hinauszuwachsen.

Projekt 4: Thema Wellness und Beauty

Wir haben uns nun gefragt: Was passiert, wenn wir eine Seite erstellen, die eine gewisse Content-Basis bekommt, 1 bis 2 Artikel im Blog-Bereich erhält und ansonsten keinerlei Zutun unsererseits erhält? Zum Testen wurde also erneut eine Domain registriert. Auch wenn wir wahrscheinlich nun den Zorn der Götter auf uns lenken, haben wir die Texte nach dem Schema „Keyworddichte = 2 bis 3 Prozent“ geschrieben. Die Keywords haben wir uns nicht etwa über ein Tool recherchiert, sondern ganz einfach über Google selbst.

Hierzu gaben wir das Main-Key in die Suche ein und schnappten uns zusätzlich die verwandten Suchanfragen, die Google uns praktischerweise am unteren Rand vorgibt. Zu jedem Key erstellten wir einen Text zwischen 300 und 800 Wörtern. Diese wurden als „Seite“ in WordPress angelegt. Optional fügten wir noch 2 Blogbeiträge hinzu. Um den Suchmaschinen ein wenig Futter zu geben, nutzten wir für den Startseitentext ein W-Fragen-Tool und fügten alles fein säuberlich zusammen. Die W-Fragen ergaben quasi die H1, H2, H3 usw. und wurden im Text darunter beantwortet.

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Es gibt eine Facebook Fanpage und einen Twitter Account. Sonst wurde kein aktives Linkbuilding betrieben. Die Seite konnte seit Oktober 2015 exakt 130 echte Fans generieren und rankt nun zum Hauptmoneykey auf Platz 5. Täglich kommen ca. 50 bis 80 Besucher auf die Webseite und bleiben zwischen 40 Sekunden und 3 Minuten. Wir haben im Content versucht, alle wichtigen Fragen zum Thema zu beanworten und mit Bildern aufzuwerten. Zusätzlich gibt es einige Affiliate Links zu entsprechenden Produkten auf Amazon. Das Ganze funktioniert recht gut als Paket.

Projekt 5: Thema Shopping

Ein Kundenshop hat uns im Oktober 2015 damit beauftragt, die Kategorietexte zu überarbeiten. Vorher bestand der Content aus zwei Varianten:

  • A: Kein Text
  • B: Text, der auf allen anderen Kategorieseiten auch zu finden war, bei dem nur das „Hauptkey“ geändert wurde. (Ja die Ideen der Webmaster sind manchmal wirklich….interessant!)

Wir haben also die Seiten komplett neu überarbeitet und mit ca. 1000 Wörtern je Kategorie versehen, was in etwa das Doppelte von dem darstellt, was der vorrankende Konkurrent für seine Besucher bereithält. Die Texte verfügen über:

  • Aufzählungen
  • Fett markierte und wichtige Begriffe, die den Leser sprunghaft durch den Text leiten
  • Zwischenüberschriften
  • Kurze Nennung verschiedener Bestseller aus der jeweiligen Kategorie
  • semantische und holistische Schreibweise
  • Eine Prise „Textranking Magie“

sichtbarkeit-webseiten-verdoppeln

Die Sichtbarkeit des Shops hat sich seit unserer Arbeit mehr als verdoppelt. Da der Shop über einen Blog verfügt der regelmäßig frischen Content liefert, gehen wir davon aus, dass die Qualität und die Usability der Kategorietexte nun deutlich besser zu Googles Verständnis von hochwertigen Inhalten passen. Es kann sich also nicht um einen Aktualitätsbonus handeln. Der Konkurrent wurde nun bei nahezu allen wichtigen Keywords überholt.

Was lernen wir aus diesen Beispielen?

Was Ihr aus diesen Beispielen lernt, können wir an dieser Stelle nicht sagen, denn unsere Glaskugel ist derzeit defekt. Wir haben auf jeden Fall für uns erkannt, dass das Linkbuilding 2016 noch weiter in den Hintergrund rückt. Sicherlich muss es auch in Zukunft eine organische Verlinkung geben, doch fallen die Methoden zur Manipulation der Rankings sehr viel schneller auf und sorgen in der Folge für das Gegenteil des Gewünschten.

Was bei A funktioniert, funktioniert bei B noch lange nicht. Es geht um Wettbewerb, Thema und die Qualität der vorhandenen Seiten. Eine Analyse des Umfelds ist nach wie vor unumgänglich, um zu einer wirksamen Strategie zu gelangen.

Mit hochwertigen Texten, die dem Leser alle Infos geben nach denen er sucht, die ihn weiterführen und befriedigen, lässt sich auch bei frischen Webseiten von Anfang an eine Menge bewegen. Zusätzlich macht es Sinn, alt eingesessene Webprojekte auf die Aktualität der Texte zu überprüfen und bei Bedarf zu überarbeiten, zu ergänzen und auszubauen.

Das geschlossene System, welches durch Machine Learning weiß wonach man sucht, rückt bei Google in greifbare Nähe. Hierzu gibt es einen sehr guten Vortrag von Marcus Tandler auf der W-Jax 2015. Die Möglichkeiten zur Manipulation von außen werden immer kleiner und schwächer. Das Einzige, was irgendwann bleiben wird: Von anderen durch Qualität abheben.

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