Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste SEO im ganzen Land?

Fürwahr eine reißerische Headline, die ich mir da ausgedacht habe, denn es geht weder darum, in diesem Artikel den besten SEO zu kühren, noch sonst in irgendeiner Form die Fähigkeiten der zahlreichen Onliner aufzulisten. Das machen andere sehr viel besser. Reißerische Headlines sind gerade „in“ Es gibt jedoch Entwicklungen in der  Szene, die eher den spielerischen Kämpfchen in einem Sandkasten gleichen, als einem kollegialen Verhalten. In dieser Woche haben mich so manche Kommentare und Facebook Postings zum Nachdenken gebracht.

SEO-UNITED vs. SEO-PORTAL

seo-unitedSEO-UNITED.DE wird verkauft, bzw. wurde verkauft, abhängig vom Zeitpunkt, wann Du diesen Artikel liest. Viele Jahre wurden dort hilfreiche Tipps und Basics für neue und fortgeschrittene Webmaster veröffentlicht. Nun steht die Seite zum Verkauf und sofort ist eine heiße Diskussion entstanden. Wer wird wohl der neue Besitzer, was wird er aus der Seite wohl machen? Was passiert mit unserem guten alten SEO-UNITED? Für welchen Betrag wechsel es den Besitzer? Plötzlich tauchten Stimmen auf, dass dort im Prinzip nichts mehr an neuen Infos zu holen sei, dass kaum noch jemand Blogs lesen würde, dass es doch das SEO-PORTAL gibt und noch zahlreiche andere Blogs auf Deutsch oder Englisch. Andere Stimmen feuerten die Diskussion noch an und sprachen dem SEO-PORTAL öffentlich eine gewisse Qualität ab. Ich ergreife hier weder Partei für die eine, noch für die andere Seite, aber was dort zu lesen war, entsprach insgesamt etwa einem gut besuchten Kindergarten.

seo-portal

Darf es heutzutage keine Co-Existenz verschiedener Sichtweisen mehr geben? Ist es nicht einfach nur lobenswert, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die einen Blog eröffnen und dem Nachwuchs Basics näherbringen, bevor der von irgendwelchen Hektisch-Reich-Werden-Pappnasen abgegriffen wird und fortan an xy-test.biz Seiten bastelt, um Amazon ein paar Kröten aus dem Ärmel zu locken? Ich stöber gerne mal hier und da hinein. Manchmal kann man etwas mitnehmen und manchmal nicht. Es geht doch auch gar nicht darum, das größte SEO Portal zu sein! Was heißt das schon? Der Spaß an der Sache wird hier meines Erachtens nach durch messbare Größen vertrieben.

Kleine Auswahl an SEO Blogs und Seiten, die viele Tipps und und Infos bieten:

Wann ist ein SEO ein SEO?

Doch nun zurück zu meiner Headline. In seinem Artikel stellt Martin Mißfeldt die Frage, ob es eine Klassengesellschaft gibt in der Online Marketing Szene. Ich behaupte ja. Die beiden Klassen stehen nicht untereinander, sondern nebeneinander. Auf der einen Seite befinden sich die Online Marketer, die mit einem hohen Qualitätsbewusstsein nachhaltig an eigenen Seiten oder an Kundenprojekten arbeiten. Auf der anderen Seite steht die Schnell-und-Hektisch-Fraktion, die Tschakka-Bewegung, die Seht-her-ich-bin-der-Größte-Gruppierung. Letztere werden jedoch nicht ausgegrenzt, sondern grenzen sich selbst durch ihre Art der Selbstdarstellung aus. Wer ständig davon redet, wie erfolgreich seine Strategien sind, wie schlecht die anderen sind, wie schnell sich Geld verdienen lässt, darf sich nicht wundern, das entsprechende Echo zu bekommen.

Ein ständiger Kampf zwischen OMlern?

Ein ständiger Kampf zwischen OMlern?

Letztens wurde ein Podcast veröffentlicht, der zwar eine Menge Aufsehen erregt hat, aber leider arg am Ziel vorbei geschossen ist. Viele haben ihn gehört und darüber diskutiert, an sehr vielen Stellen wurde sich darüber lustig gemacht, teilweise wurde der Konsum bewusst verweigert. Die Frage, die jedoch immer wieder im Raum stand war: „War das Kalkül für´s Aufsehen oder steht da wirklich jemand auf so dünnem Eis, weshalb man so um sich schießen muss?“ Die Inszenierung ist gekonnt, keine Frage. Ein wenig Techno hier, ein paar Effekte dort. Soweit so gut. Doch dann folgt: Nichts! Außer….

…ja außer einer Salve gegen die ganzen bösen Online Marketing Gurus, die scheinbar nichts können, als miese Podcasts zu produzieren und sich im Prinzip einfach nur noch selbst darzustellen. Da werden MLM und Kauf-mein-E-Book Idioten in einem Atemzug mit Menschen genannt, die sehr wohl über hervorragende Skillz verfügen. Ist es in der „Szene“ schon so weit gekommen, dass sie als Klassengesellschaft angesehen wird, nur weil nicht jeder seine geheimen Tricks öffentlich auf den Tisch legt? Ist es jetzt die neue OM Strategie, einfach andere schlecht zu reden, wenn man selbst nicht in der Lage ist, etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen?

Eine Frage kostet ja nichts – Wer reden kann, ist also klar im Vorteil

Seit 2009 bin ich nun im Internet beruflich unterwegs. In der ganzen Zeit habe ich unzählige Menschen kennengelernt und es sind intensive Geschäftsbeziehungen entstanden, die oft auch ins Privatleben überschwappten. Es ist mir bisher niemand begegnet, bei dem ich persönlich das Gefühl hatte, dass er sich eine Klasse besser fühlt als ich. Ganz im Gegenteil ist mein Tagesablauf oft davon geprägt, dass man sich gegenseitig hilft. Man muss halt schon fragen, sonst kriegt man keine Antworten.

Vorwürfe, dass es sich bei der oberen Klasse um immer die gleichen Menschen handelt, gab es auch in den Kommentaren unter dem Artikel von Martin im tagseoblog. Es hätte sich seit 7 Jahren nichts geändert und es würden immer die gleichen Online Marketer ihre Credits bekommen. Ich würde vorschlagen, dass sich alle mit dieser Meinung dann einfach mal auf den altbekannten Hosenboden setzen und etwas „Neues“ entwickeln, herausfinden und testen, worüber sie dann auf den bekannten SEO Treffen referieren dürfen.

Irgendwie kommt aber nichts, weil viele nur darauf warten, dass jemand „Insights“ veröffentlicht, mit denen man ganz schnell auf Platz 1 landet und so richtig reich wird. Wer lange wartet, wird irgendwann ungeduldig und wenn dann jemand daherkommt, der verspricht:

  • Hier bekommst Du richtig heiße Tipps
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geldregen

Dann ist die Gefahr groß, dass ein Run auf so ein Angebot entsteht. Dabei ist doch jetzt wieder Grillsaison. Das Geld wird man in der Glut auch deutlich schneller los und man kann sich hinterher schon das Steak auf den Teller legen.

Ich persönlich gehe nie auf Konferenzen und mir ist auch relativ egal, wie viele Folien von wem in welcher Zeit durchgebracht wurden. Ich wage zu behaupten, dass der Großteil des Inputs von sehr vielen Zuhörern sowieso nur unzureichend umgesetzt wird bzw. umgesetzt werden kann. Die Partys im Anschluss sollen aber immer ganz gut sein. Vielleicht ist das ein Grund, doch mal irgendwo zu erscheinen.

Insights ja – Gelddruckmaschinen nein

Ich würde mir wünschen, dass vor allem die Menschen, die frisch im OM angekommen sind, einfach mal wieder etwas mehr ausprobieren, testen, riskieren, versuchen und probieren. Dann verheizt man am Anfang eben ein paar Domains, dann baut man eben eine Seite, die auch in 5 Jahren kein Geld einbringt, dann kämpft man sich eben langsam vorwärts. Haben alle hinter sich. War früher einfach so. Die Erkenntnisse sind jedoch unbezahlbar. Einfach nur am Tisch sitzen und auf die ultimative Lösung warten, hat noch nie funktioniert. Insights werden weitergegeben, wenn man danach fragt. Eine Gelddruckmaschine bekommt man jedoch nicht. Die Lösung liegt in dem, was man aus den Insights macht.

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