Wie schreibe ich den ultimativen Webseitentext?

Diese Frage stellen sich garantiert einige von Euch. Verständlich, denn der Inhalt Eurer Seiten ist der entscheidende Faktor, wenn jemand bereits auf einer Landingpage angekommen ist und nun eine von Euch gewünschte Handlung durchführen soll. Wie nehmen wir den User also an die Hand und führen ihn durch die Fülle an Informationen bis zur Zielhandlung? Ganz einfach. Mit einem interessanten und hilfreichen Webseitentext.

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Ein Webseitentext muss rocken!

Der Text – Ein unterbewusster Wegweiser

Viele von Euch waren bisher ganz bestimmt der Meinung, dass die Navigation ausschließlich über das Menü einer Webseite erfolgt. Der Text kann einen Besucher jedoch genauso leiten und zum Klicken auf einen internen und externen Link bewegen. Doch wie stellt man das an?

Wenn ich einen Webseitentext verfasse, stehen am Anfang einige Fragen im Raum, die ich mir beantworte, bevor ich überhaupt auch nur einen Finger an die Tastatur lege:

  • Wer wird meinen Text lesen? (Zielgruppengerecht)
  • Was soll mein Text bewirken? (Globale Zielsetzung)
  • Hat mein Text mehrere Zielsetzungen? (Individuelle Zielsetzung)
  • Wie lang soll mein Text werden? (Struktur)
  • Über welches Thema schreibe ich und welcher Detailgrad wird gefordert? (Rechercheaufwand)

Zielgruppe: Es macht natürlich einen Unterschied, ob ich Rentierpullover als Weihnachtsgeschenk für Gymnasiallehrer in einem Artikel anpreisen soll, oder Skateshop-Zubehör. Die Sprache der Zielgruppe zu treffen ist äußerst bedeutend für den Erfolg eines Webseitentextes.

Doch nicht nur die gewählte Sprache samt Schreibstil entscheiden über den Impact, den ich mit einem Text erzielen kann. Ich überlege mir natürlich auch, mit welchen Gedanken die Zielgruppe die Suche im Internet ausführt und wie ich diese Fragen beantworten kann. Konkretes Beispiel gewünscht?

Der Gymnasiallehrer Ulf möchte für seine Frau Marianne einen Rentierpullover kaufen. Er hat im Hinterkopf, dass Marianne nur biologisch angebaute Baumwolle trägt und daher gibt er folgenden Suchtherm ein:

„Rentierpullover Baumwolle Bio für Marianne“

Das „für Marianne“ lässt er natürlich aus, denn der Ulf ist ein kleiner Scherzkeks. Ich versuche Ulf also in meinem Text die Antwort auf seine Suche zu geben, indem ich darüber schreibe, dass es beispielsweise einige Anbieter gibt, die Ihre Baumwolle in Bioqualität einkaufen und zu einem Pullover verarbeiten. Natürlich kann ich nicht jeden Gedanken meiner Zielgruppe im Voraus erahnen. Ich kann allerdings recherchieren und planen. Ich kann mich in meine Zielgruppe hineinversetzen und so herausfinden, was sie wirklich will und dadurch schreibe ich auch Texte, die möglichst viele User ansprechen.

Globale Zielsetzung: An diesem Punkt meiner Vorbereitung überlege ich mir, welche Zielsetzung der Text ganz allgemein haben soll. Mögliche Varianten sind:

  • Verkaufen
  • Beraten
  • Informieren
  • Belehren
  • Aufklären
  • usw. usf.

schnittmengen-bei-unterschiedlichen-webseitentextenEin Verkaufstext wird natürlich anders geschrieben, als ein reiner Ratgebertext. Alle Textformen haben jedoch eine Schnittmenge, denn letztendlich handeln sie alle von einem „Rentierpullover aus Baumwolle“. Die Unterschiede entstehen erst dann, wenn der globale Zweck des Artikels feststeht:

  • Soll der Leser einen Rentierpullover kaufen?
  • Soll der Leser erfahren, wie Rentierpullover hergestellt werden?
  • Soll der Leser erfahren, welche verschiedenen Varianten des Rentierpullovers es gibt?
  • Soll der Leser erfahren, dass es besser ist, nur Rentierpullover mit Bio-Baumwolle zu kaufen?
  • usw. usf.

Bin ich mir sicher welche Kernaussage mein Text haben soll, kann ich mit dem nächsten Punkt fortfahren.

Individuelle Zielsetzung: Jeder Text hat neben der globalen Aussage natürlich auch noch eine individuelle Zielsetzung. Nehmen wir also an, ich habe einen Text zum Thema „Rentierpullover“ geschrieben. Die globale Zielsetzung ist das Verkaufen von Pullovern. Meine individuelle Zielsetzung ist jedoch das Verkaufen von grauen, gelben, grünen, blauen und weißen Pullovern in den Größen S bis XXL. Nun stehen mir folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Ich spreche in meinem Text die unterschiedlichen Größen und Farben an
  • Ich verweise aus meinem Text heraus auf einen Untertext, der sich dann entsprechend nur um eine bestimmte Farbe oder eine bestimmte Größe kümmert

textgliederungDie individuelle Zielsetzung wird für den Untertext augenblicklich zur globalen Zielsetzung, denn er erzählt beispielsweise von einem blauen Pullover in XL. Für die zweite Variante benötigt man ein relativ hohes Budget und viel Zeit, da je nach Produkt viele verschiedene Kombinationen entstehen können. Im Gegensatz dazu dürfte die Sichtbarkeit und die Gewichtung einer Seite aufgrund der vielen Unterseiten relativ schnell ansteigen. Da Google immer weiter an seinem Verständnis von Content arbeitet, können wir jedoch davon ausgehen, dass die Relevanz der ersten Variante in Bezug auf die unterschiedlichen Pullover / Farbe / Größe – Kombinationen inzwischen automatisch erkannt werden sollte.

Struktur: Die Struktur eines Textes ist enorm wichtig. Zu große Absätze sorgen für Langeweile beim Besucher. Zusätzlich lassen sie sich nur umständlich lesen. Kleinere Absätze erzeugen einen besseren „Flow“ und sorgen dafür, dass die gewünschten Infos kurz und knapp aufgenommen werden können.

Jeder Absatz sollte eine sinnvolle Zwischenüberschrift haben. In diesem Fall möchte ich darauf hinweisen, dass W-Fragen zwar in letzter Zeit eine sehr hohe Prominenz erlangen konnten, sich als Zwischenüberschriften jedoch nur bedingt eignen. Vermieden werden sollten Fragestellungen wie:

  • „Was ist ein Rentierpullover?“
  • „Warum heißt ein Rentierpullover eigentlich Rentierpullover?“
  • usw. usf.

Natürlich kann man daraus Texte basteln, aber einen Mehrwert für den Leser erzielt man damit nicht. Wer nach einem Rentierpullover googelt, wird höchstwahrscheinlich wissen, worum es sich bei diesem Produkt handelt. Das Geld für W-Fragen Tools könnt Ihr euch prinzipiell sparen. Wer die Intromusik der Sesamstraße kennt, dürfte auch ohne „Tool“ auf die wichtigsten W-Fragen stoßen. Wichtig ist, dass man relevante Fragen stellt und nicht einfach nur Content nach dem „mehr ist mehr“ Schema schreibt, um die Suchmaschinen zu beeindrucken.

Für mich gehören zu einem guten Text weitere Gestaltungselemente:

  • Aufzählungen
  • Tabellen
  • Grafiken (deren Inhalt im Text selbst rudimentär oder ausführlich wiedergegeben werden)
  • Interne Links
  • Externe Links
  • Überschriften
  • H-Tags

Rechercheaufwand: Den Rechercheaufwand lege ich persönlich immer erst dann fest, wenn ich meine Zielgruppe kenne und somit einschätzen kann, mit welchen Informationen sie rechnet. Je nachdem, wer meinen Text später hauptsächlich lesen wird, entscheide ich mich für eine oberflächlichere oder doch eher intensivere Darbietung der jeweiligen Information. Grundsätzlich muss ein Text jedoch die eigenen Vorstellungen treffen. Hilfreiche Fragen sind:

  • Was würde ich erwarten, wenn ich nach XY gegoogelt hätte?
  • Welche Fragen müsste mir ein Text zum Thema XY beantworten, damit ich zufrieden wäre?
  • Was sollte auf keinen Fall im Text vorhanden sein, um mich nicht zu langweilen?

Natürlich muss beim Schreiben auch immer darauf geachtet werden, wie viel ein Thema überhaupt hergibt. Es bringt gar nichts, wenn ich 2500 Wörter zu einem Rentierpullover schreibe, die wichtigsten Fakten aber beispielsweise auch mit 1000 Wörtern schon hinreichend dargestellt werden könnten. Warum sollte ich meine Besucher und Leser mit unnötigem Content belasten, der im Endeffekt sogar das Gegenteil erzielen könnte?

verwandte-suchanfragenAuch wenn es ein wenig oldschool klingt: Ich nutze die verwandten Suchanfragen bei Google sehr gerne, um den Text an dem ich gerade arbeite weiter aufzulockern. Google möchte den Usern Inhalte präsentieren, die ihren Suchanfragen entsprechen. Bei der Auswahl der entsprechenden Zielseite werden auch verwandte Suchanfragen mit einbezogen, um die Relevanz zu einem Thema zu ermitteln. Keyword Tools zeigen ganz deutlich, dass eine Zielseite unter vielen Keywords ranken kann. Ich schaue mir also die verwandten Suchanfragen an und beantworte sie in meinem Text. Die Chance, dafür mit guten Rankings belohnt zu werden, ist relativ hoch.

Ich hole den Leser also mit meinem Text dort ab, wo er sich mit seiner Fragestellung positioniert hat. Danach zeige ich ihm mindestens eine, bestenfalls mehrere Lösungen und lasse ihn anschließend entscheiden, welches meiner Angebote er wahrnimmt. Das führt zu einem Kauf, der Anmeldung zu einem Newsletter oder zum Teilen des Artikels in den sozialen Netzwerken. Je besser (nicht länger!!!) mein Text, desto größer die Reichweite.

Wenn Ihr wissen wollt, wie Ihr den ultimativen Webseitentext in eine hochwertige Seite einbaut, könnt Ihr euch zusätzlich noch meinen Artikel zum Thema „Nischenseiten aufbauen“ durchlesen.

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